Der Nachbau des Schlosses Wolkenstein im "Klein Erzgebirge" im Sommer.
Foto: PF
Groß-Wolkenstein hilft Klein-Wolkenstein
Bergstadt ruft zu Spenden auf
Wolkenstein . Eine besondere Aktion hat der Wolkensteiner Bürgermeister gestartet, um die kleine Ausgabe des Schlosses Wolkenstein - das Wahrzeichen der Stadt - wieder herstellen zu können. Denn diese Nachbildung in der Oederaner Miniaturschauanlage "Klein-Erzgebirge" ist im November von Vandalen aus der Verankerung herausgerissen und in den Hetzbach geschmissen worden.
"Wir stehen moralisch in der Pflicht, dem ,Klein-Erzgebirge' zu helfen", sagt Bürgermeister Guntram Petzold. "Immerhin ist das Wolkensteiner Schloss en miniature im Oederaner Stadtpark auch Werbung für den Besuch unserer Bergstadt", so Petzold. Was der Stadtchef in der jüngsten Stadtratsitzung bereits angekündigt hat, setzt die Verwaltung nun um. Im Mitteilungsblatt der Stadt fordert Petzold Vereine, Organisationen und die Wolkensteiner auf, die Reparatur oder Wiederherstellung des Schlosses zu unterstützen. Der Schaden sei so beträchtlich, dass der Verein "Klein Erzgebirge" auf Hilfe bei der Reparatur des Anlagen angewiesen ist, betont Petzold.
1999 in 750 Stunden entstanden
Die Miniatur ist 1999 in über 750 Arbeitsstunden entstanden. Im Gegensatz zum traurigen Schicksal der Nachbildung sei das eigentliche Schloss, nach 1500 errichtet, nie zerstört worden, betont der Bürgermeister.
"Großartig", findet Horst Drichelt, Geschäftsführer des "Klein-Erzgebirges", diese Aktion der Wolkensteiner. Der Neuaufbau der Schlossminiatur wird notwendig, weil durch die Feuchtigkeit das Leimholz aufgequollen ist. Die Kosten schätzt er etwa auf 2500 Euro. Da falle jeder Euro, mit dem geholfen wird, ins Gewicht. Es sei nicht die einzige Unterstützung, die das "Klein-Erzgebirge" erfahren habe. Beispielsweise restaurierte ein Hennersdorfer in vielen Stunden die Gartenbahn.
Vandalen warfen im November das Schloss in den Hetzbach.
Foto: PF
Zweimal ist der Miniaturpark im Herbst von Vandalen heimgesucht worden. Vor der Zerstörung im November hatten Unbekannte schon einmal gewütet: Die Gartenbahn und das Modell der Burg Kriebstein waren Anfang Oktober zerstört worden. Die Schäden beider Überfälle werden auf 55.000 Euro geschätzt, so Drichelt. Eine solche Serie hat der Mitte der 1930er-Jahre entstandene und damit älteste Miniaturpark der Welt mit über 200 Nachbauten von Sehenswürdigkeiten des Erzgebirges noch nicht erlebt. Deshalb sei die Unterstützung von den Originalschauplätzen wertvoll.
Beachtete Ausstellung im Schloss
Horst Drichelt bekennt, dass er zu Wolkenstein eine besondere Beziehung hat. Die mit der Stadt Anfang des Jahres organisierte und viel beachtete Ausstellung "Die Montanregion Erzgebirge auf dem Weg zum Unesco-Welterbe" mit 17 Oederaner Miniaturen im Schloss Wolkenstein sei im zu Ende gehende Jahr "seine liebste, aber auch schwerste" gewesen. Denn für die Präsentation mussten die Miniaturen im engen Treppenhaus hoch transportiert werden. Das "Klein-Erzgebirge" würde sich freuen, 2012 Vertreter des Wolkensteiner Rathauses in Oederan begrüßen zu können.
Die Mitarbeiter der Anlage seinen derzeit dabei, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Zu den Tätern der Sachbeschädigungen gibt es noch keine Spur, sagte am Montag Heidi Hennig, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge.
Klein-Erzgebirge
Die Glanzlichter im Oederaner Miniaturpark sind am 4. Adventswochenende von Freitag bis Sonntag jeweils von 16 bis 20 Uhr zu sehen.


