An der Guerickestraße in Chemnitz gibt es schon einen Mini-Kreisverkehr. So ein Rondell favorisiert die IG auch für die Gräbel-Kreuzung.
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Mini-Kreisverkehr: Landtag thematisiert Anregung Zschopauer Bürger
Landesregierung bestätigt: Bau eines Rondells darf beim Kreuzungsausbau zur Debatte stehen
Zschopau. Die Bündnisgrünen im Sächsischen Landtag haben sich mit einem Vorschlag der Interessengemeinschaft Zschopau (IG) befasst. Der Verein hatte den Bau eines Mini-Kreisverkehrs an der Kreuzung Waldkirchener-/Gabelsbergerstraße im Zuge der ab Herbst geplanten Sanierung der Staatsstraße angeregt.
Aufhorchen ließ die Abgeordnete Annekathrin Giegengack die Auskunft des Landesverkehrsamtes gegenüber Oberbürgermeister Klaus Baumann (CDU), wonach der Freistaat auf Staatsstraßen prinzipiell keine Minikreisel errichte. Gerade darin sieht die Interessengemeinschaft aber einen guten Ansatz, um einen zügigen Verkehrsfluss zu gewährleisten und die Sicherheit für Fußgänger zu verbessern.
Eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an das Wirtschafts-, Arbeits- und Verkehrsministerium hat nun ergeben, dass die Auskunft der Straßenbaubehörde falsch war. Die Frage, ob es eine pauschale Festlegung gebe, wonach auf sächsischen Staatsstraßen keine Mini-Kreisverkehre gebaut werden dürfen, hat Verkehrsminister Sven Morlok unmissverständlich verneint. Vielmehr habe der Landtag erst im Februar eine Beschlussempfehlung mit dem Antrag an die Staatsregierung verabschiedet, sich verstärkt um die Schaffung von Kreisverkehrs-Lösungen einzusetzen.
Bei Planungen der Straßenbauverwaltung ist bei jeder Entscheidung für einen Neu-, Um- oder Ausbau eines Knotenpunktes eine Kreisverkehrslösung in die Variantenuntersuchung einzubeziehen, heißt es im Schreiben aus dem Wirtschaftsministerium. "Insofern ist die Haltung des Chemnitzer Straßenbauamtes in diesem Fall nicht nachzuvollziehen", schlussfolgert Annekathrin Giegengack.
Der geplante Kreuzungsverlauf am Gräbel ist in Zschopau heftig diskutiert worden, weil in Verbindung mit dem Straßenbau eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden soll. Diese könnte die Zufahrt zu Kindergarten und Ärztehaus aus Richtung Innenstadt blockieren, befürchtete IG-Chef Niels Sigmund. Inzwischen hat zwar das Landesamt für Straßenbau und Verkehr eine für alle Seiten akzeptable Lösung in Aussicht gestellt, die sowohl die Linksabbiegerspur als auch die uneingeschränkte Zufahrt zum Ärztehaus beinhaltet. Unbefriedigend aus BI-Sicht bleibt aber die Situation für Fußgänger. Die IG hält es für angebracht, den Gehsteig auf der Seite des Einkaufsmarktes zu verlängern und in Höhe der Tagesstätte eine Querungshilfe anzulegen. Zudem regt der Verein eine Tempo-30-Zone im Bereich der Kindertagesstätte an.

