Schüler gewinnen Einblick in die Arbeitswelt
Woche der offenen Unternehmen: Flexiva Automation & Robotik GmbH demonstriert Arbeitsabläufe - Neun Bewerbungen liegen bislang vor
Dittersdorf. Dittersdorf. In Zeiten rückläufiger Schülerzahlen gewinnen Ausbildungsmessen und Werbe-Kampagnen für künftige Lehrlinge an Bedeutung: Reichlich 200 Betriebe geben in dieser Woche im Erzgebirgskreis Jugendlichen, Eltern und Lehrern Einblick in ihre Arbeitsabläufe.
Darunter befindet sich auch die Flexiva Automation & Robotik GmbH in Dittersdorf. Im Rahmen der Woche der offenen Unternehmen schauten am Dienstag elf Schüler und Eltern vorbei. Für Donnerstag haben sich nochmals zehn angemeldet, so Lehrausbilder Romeo Rauer. Um das Interesse zu wecken, hatte sich die Flexiva schon im November an der Ausbildungsmesse in Marienberg beteiligt. Denn die geburtenschwachen Jahrgänge bekommt mittlerweile auch das Dittersdorfer Unternehmen zu spüren. Im Jahr 2008 lagen laut Rauer noch 20 Bewerbungen vor, 2009 waren es 15, und in diesem Jahr sind es bislang 9.
Nur ein Bewerber erhält Vertrag
Dabei bekommt jedes Jahr nur ein Bewerber bei der Flexiva einen Vertrag. Ausgebildet werden in dreieinhalb Jahren Elektroniker beziehungsweise Elektronikerinnen für Betriebstechnik - nach dem Berufsbildungsgesetz ein anerkannter Ausbildungsberuf. Als Voraussetzung müssen die Bewerber nicht unbedingt überall eine Eins auf dem Schulzeugnis stehen haben - in den Hauptfächern Mathematik, Physik und Englisch genügt jeweils die Note Drei. Dafür legen die Ausbilder auf technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und eine hohe Lernbereitschaft Wert.
Auswahl in drei Schritten
Die Auswahl geeigneter Kandidaten erfolgt in drei Schritten: Zunächst gilt es, einen Eignungstest zu bestehen. Danach ist eine praktische Arbeitsprobe zu absolvieren, bevor es als letzte Hürde das Bewerbungsgespräch zu meistern gilt. Wenn die jungen Leute ausgelernt haben, können sie industrielle Prozesssteuerungsanlagen herstellen, aber auch als Elektroinstallateur arbeiten, Produktionsanlagen warten und prüfen oder bei Energieversorgungsunternehmen einsteigen.
In erster Linie will sich die Flexiva jedoch ihren eigenen beruflichen Nachwuchs sichern. Vier Lehrlinge beschäftigt das Unternehmen zurzeit, darunter auch zwei junge Frauen, die eine Lehre zur Büro- beziehungsweise Industriekauffrau absolvieren. Seitdem der Betrieb ausbildet - das ist nun schon seit 16Jahren der Fall -, ist das im wesentlichen gelungen. Romeo Rauer: "Fast alle Lehrlinge wurden übernommen. Lediglich im Februar mussten wir wegen der augenblicklich schwierigen wirtschaftlichen Situation erstmals zwei wegschicken." Allerdings hofft der Lehrausbilder, dass dies eine Ausnahme bleiben wird.
Zurzeit beschäftigt das Dittersdorfer Unternehmen knapp 50 Mitarbeiter, einige von ihnen in Kurzarbeit. Zum Kerngeschäft gehört laut dem technischen Leiter Ulf Winkler der Bau von Schaltanlagen für die Automobilindustrie sowie für Werkzeugmaschinenbauer. Dabei arbeitet das Unternehmen mit namhaften Firmen der Branche wie BMW, VW und Ford zusammen.


