Stadtrat sucht Ursachen für hohe Personalkosten
Gremium erhofft sich Aufschluss durch Stellenbewertungen - Bauhofmitarbeiter sollen einbezogen werden - Baumann: Dazu fehlen 15.000 Euro
Zschopau. Zschopau. Der Zschopauer Stadtrat will den hohen Personalkosten im Rathaus auf den Grund gehen. Dazu hat das Gremium die Verwaltung per Beschluss verpflichtet, für sämtliche Bedienstete bis Ende des Monats Stellenbeschreibungen und -bewertungen vorzulegen.
Oberbürgermeister Klaus Baumann (CDU) kündigte allerdings schon im Vorfeld an, die ihm gestellte Aufgabe nur teilweise umsetzen zu können. Einerseits sei der Zeitrahmen nicht einzuhalten - "Es wird möglicherweise vier Wochen länger dauern." Auf der anderen Seite fehlten 15.000 Euro zur Überprüfung des Bauhofpersonals im Haushaltsplan.
Für die gleiche Summe nimmt eine von der Stadt beauftragte externe Firma zurzeit das Kernpersonal im Rathaus unter die Lupe. Geprüft werden soll, ob die Mitarbeiter entsprechend der für sie vorliegenden Stellenbeschreibung in die richtige Gehaltsgruppe eingestuft sind. Lediglich die in Kindertagesstätten beschäftigten Erzieherinnen sollen von dem Verfahren ausgeklammert bleiben. Das gleiche sollte in den Augen von Uwe Gahut auf den Bauhof zutreffen. "Das Geld für eine Stellenbewertung wäre dort hinausgeworfen", begründete der Hauptamtsleiter.
Dass für die Überprüfung im Bauhof keine Mittel bereitstehen, sorgte bei mehreren Kommunalpolitikern für Verwunderung, zumal die Forderung schon länger im Raum stand, das gesamte Personal einzubeziehen. "Ich würde schon Wert darauf legen, dass die Bewertung auch im Bauhof erfolgt", bekräftigte denn auch CDU-Fraktionsvorsitzende Heide Uhlig.
Oberbürgermeister Baumann dämpfte indes an die Untersuchung geknüpfte Erwartungen: "Möglicherweise kommt dabei nicht die gewünschte Einsparung heraus." Das Bauamt sei schon früher bewertet worden, dabei hätten sich keine Änderungen ergeben, sagte Uwe Gahut.
Im Stadtrat sind derweil Zweifel laut geworden, dass in der Verwaltung überhaupt schon für alle Beschäftigten die für eine Bewertung notwendigen Stellenbeschreibungen vorliegen. Dabei handelt es sich um eine Aufzählung von Aufgaben, die ein Mitarbeiter im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses übertragen bekommt.
Tatsächlich hatte das staatliche Rechnungsprüfungsamt Zwickau bei einer früheren Kontrolle auf diesen Mangel aufmerksam gemacht. Damals existierten weder Stellenbewertungen noch -beschreibungen. Auch im jüngsten Prüfbericht vom September vergangenen Jahres gab es von staatlicher Seite wieder Kritik. Allerdings war nur noch von "nicht durchgängig für alle Stellen überarbeitete Stellenbewertungen" die Rede. Eine Stellenbeschreibung liege für jeden Mitarbeiter vor, bekräftigte Klaus Baumann auf Nachfrage der "Freien Presse".


