Licht aus oder Licht an? Über die Zukunft des Krankenhauses Frankenberg wird am 31. Januar entschieden.
Foto: Falk Bernhardt
Frankenberger Krankenhaus auf Prüfstand
Wichtige Weichen für Sanierung müssen gestellt werden
Frankenberg. Hinter verschlossenen Türen werden die Geschäftsleitungen der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH (LMK) und der Klinikum Chemnitz gGmbH am Dienstag kommender Woche über die Zukunft des Frankenberger Krankenhauses entscheiden. Offiziell endet der gemeinsame Vertrag 2013. Wie es dann weitergehen könnte, hängt vom Ausgang der Verhandlungen ab. In seiner Neujahrsrede hatte Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) am Sonntag seine Sorge über das Weiterbestehen des Standortes Frankenberg öffentlich gemacht. Gleichzeitig hat er aber auch Hilfe angeboten. Nun heißt es abwarten.
Im Warten sind vor allem die Krankenhausmitarbeiter seit Jahren geübt, wie der Vereinsvorsitzende des 2002 gegründeten Förderkreises, Heinrich Dittrich, am Montag der "Freien Presse" bestätigte. Bereits 2010 und auch 2011 sollten wichtige Bereiche des Krankenhauses saniert werden. "Getan hat sich bis heute nichts", ist Dittrich sauer. Das würden auch Mitarbeiter, mit denen er gesprochen habe, so sehen. Mit der Gesamtsituation ist er unzufrieden, und er fühle sich unzureichend informiert. Aus Chemnitz will Dittrich erfahren haben, dass sich das Klinikum eventuell an den Kosten beteiligen wolle, wenn die LMK investiert. "Der andere Satz - also was Chemnitz tut, wenn die LMK nicht investiert - wurde bisher nicht angesprochen", drückt es Dittrich vorsichtig aus.
Sowohl in Mittweida als auch in Chemnitz hielt man sich am Montag weitestgehend bedeckt. "Wir werden uns erst nach dem 31. Januar über das weitere Vorgehen äußern", teilte LMK-Sprecherin Ines Schreiber im Namen der Geschäftsleitung mit. Und der kaufmännische Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz, Markus Horneber, ließ erklären, dass sich seine Einrichtung auch weiterhin zum Standort Frankenberg bekennt. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit und ein tragfähiges Konzept könnte der Vertrag in erneuerter Form möglicherweise weitergeführt werden, hieß es. Doch die Feinheiten wolle man gemeinsam mit der LMK abstimmen.
Vorsorglich hatte Frankenbergs Bürgermeister Firmenich bereits eine mögliche Form der Unterstützung seitens seiner Stadt angeboten. Denn Frankenberg sei nach wie vor am Erhalt des Krankenhauses interessiert. "Der Fortbestand ist für die Bürger, die Soldaten der Bundeswehr und mögliche Investoren im Industriegebiet von entscheidender Bedeutung", sagte er. Sollte es am Geld liegen, so hat Firmenich dem Landkreis vorgeschlagen, das Krankenhaus in ein Stadtfördergebiet aufzunehmen. Dann könnten Fördermittel für die Sanierung beigesteuert werden. Zudem habe sich in der Stadt eine Arbeitsgruppe gebildet, die bis Ende Februar "Vorschläge für ein innovatives Zukunftskonzept für das Frankenberger Krankenhaus" erarbeiten will. Im Sinne einer umfassenden medizinischen Versorgung brauche die Stadt ein Konzept, das den Bedürfnissen einer älter werdenden Bevölkerung Rechnung trägt. "Eine Bevölkerung, die weniger mobil sein wird und häufiger ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss. Hinzu kommt, dass in Zukunft eine Reihe von Arztpraxen schließen werden, weil sich kein Nachfolger findet", weiß Firmenich. Die Stadt Frankenberg unterstütze deshalb die Strategie von LMK-Geschäftsführerin Marlies Sedlaczek, Arztpraxen über medizinische Versorgungszentren an das Krankenhaus zu binden, sagte der Bürgermeister beim Neujahrsempfang im "Stadtpark".
Vor elf Jahren gingen am Standort Frankenberg ein moderner OP-Trakt und eine Intensivtherapiestation in Betrieb. Seit 2003 werden die Abteilungen von zwei Betreibern abgesichert. Die LMK ist für die Innere Abteilung, die Fußambulanz, die Intensivstation, das Röntgen, das Labor und die Physiotherapie verantwortlich. Notfallambulanz, Chirurgie und OP-Abteilung werden hingegen vom Klinikum Chemnitz betreut.


