Bademeister warten auf die Sonne
Freibäder kämpfen in einem miesen Sommer um jeden Badegast und melden Negativrekorde bei der Besucherzahlen
Flöha. Der Sommer 2009 geht bisher als einer der schlechtesten in die Statistik ein. Die Freibäder kämpfen um jeden Badegast und vermelden bei den Besucherzahlen Negativrekorde. Einige Einrichtungen können sich finanziell kaum noch über Wasser halten.
"Selbst die schlechten Sommer 2007 und 2008 sind noch besser gelaufen", sagt Carsten Siegmund, Geschäftsführer im Erdmannsdorfer Freibad, resigniert. Seit das Bad am 9. Mai öffnete, hätten sich dort gerade einmal 600 Badegäste getummelt. "Das ist sehr bedenklich", sagt der 48-Jährige. Die Einrichtung versuche nun, durch Partyveranstaltungen Besucher zu locken und die Zahlen etwas nach oben zu schrauben. 1997 wurde das Erdmannsdorfer Bad privatisiert, weil es die Gemeinde nicht mehr finanzieren konnte. Fünf Gesellschaften hatten sich daraufhin zusammengeschlossen, um die vor allem bei Kindern begehrte Freizeitoase zu betreiben.
"Wir fahren mit unseren 21 Hortkindern gleich mit dem Fahrrad von Flöha hierher. Im Erdmannsdorfer Bad haben die Kinder die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Die Jungen und Mädchen spielen gern Beachvolleyball", erzählte am Donnerstag Petra Steinicke vom Förderverein für Nachwuchssport in Flöha.
"Wir haben eine eigene Veranstaltungshalle. Diese wird beispielsweise für Familienfeiern gern genutzt", sagt der Geschäftsführer des Bades. Nun hofft er, dass der Sommer doch noch kommt und mit ihm die ersehnten Badegäste.
Auch der Schwimmmeister des Falkenauer Freibades ist mit bisher 1200 Besuchern alles andere als zufrieden. Die Einrichtung ist seit dem 16. Mai geöffnet und zeichnet sich durch sauberes klares Quellwasser aus. "Unsere Badegäste lieben das Wasser und die abgelegene Lage und können sich dabei bestens erholen. Jetzt muss endlich die Sonne scheinen", sagt der 64-jährige Wolfgang Eichner. Angelika Mendlik (53) tummelte sich am Donnerstag in der Anlage: "Die Ruhe hier ist einfach toll."


