Anne Knorr aus Erdmannsdorf wurde bei der Kanu-WM in Szeged/Ungarn Weltmeisterin. In ihrer Heimat freuten sich Eltern, Freunde und viele alte Bekannte vom KSV 1928 Flöha, wo sie ihre Karriere begann.
Foto: Knut Berger
Erholung findet sie im Heimathafen
Anne Knorr trumpft bei der Weltmeisterschaft im Kanurennsport auf: Gold
Erdmannsdorf. Welch ein Glück, dass Anne Knorr bei der Weltmeisterschaft im Kanurennsport in Szeged/Ungarn nur einmal an den Start ging. Nachdem die Erdmannsdorferin mit ihrer Partnerin Debora Niche über 1000 Meter den Titel holte, gaben die ungarischen Gastgeber zur Siegesfeier einen aus. Gereicht wurde ein kleines Glas Palinka. Schon ein Mini Schluck des 50-prozentigen ungarischen Obstbrandes sorgte im Körper der Leistungssportlerin für ungewohnte Unruhe, sodass sie das Gefäß nicht bis zum letzten Tropfen leerte.
Jetzt ist Gold-Anne für zwei Tage zu Hause, um im Schoße der Familie das Geschehene zu verarbeiten. "Irgend wie verdaue ich erst ganz langsam den Erfolg", sagte die 21-Jährige. In den vergangenen Tagen haben sich Familienmitglieder, Freunde und ehemalige Mitschüler gemeldet. So freute sich der frisch gebackene Weltchampion über den Anruf von Max Götze. Der Flöhaer trainiert beim KSV 1928 Flöha, wo Annes Karriere begann. "Er hat mir zur Goldmedaille gratuliert und gezeigt, dass ich in meinem alten Verein nicht in Vergessenheit geraten bin."
Anne Knorr (li.) und Anne-Marie Schwarz (KSV Flöha) bildeten 2003 beim KSV 1928 Flöha ein Duo. Ein Jahr später wechselte Anne Knorr ans Sportgymnasium Leipzig.
Foto: Mario Hösel/Archiv
Davon kann keine Rede sein. "Ich erinnere mich noch, dass Anne zur Flöhaer Herbstregatta 2002 gleich sieben Medaillen, darunter vier Goldene, hamsterte", blickte KSV-Chef Christian Rößler, der ihr erster Trainer war, zurück. Später bildete Uli Richter das Talent aus. Das Leben von Anne wird sich nach dem Triumph in Szeged nicht grundlegend ändern. Zwar erwartet sie eine Prämie vom Fachverband. Doch das Geld dürfte in der Summe nicht einmal dafür reichen, ein neues Boot inklusive Paddel zu kaufen.
"Für gutes Material muss man 3500 Euro hinblättern. Diese Kosten wie die Ausgaben für die Trainingslager und Ausrüstung muss ich weiter größtenteils selbst tragen. Nur einen kleinen Zuschuss bekomme ich." Anne Knorr ist sich bewusst, dass die Sponsoren nicht sofort Schlange stehen werden. Dennoch ist die Goldmedaille wichtig in Richtung olympische Spiele 2012, die die Erdmannsdorferin als Aktive erleben möchte. Weitere Pluspunkte kann sie vom 7. bis 12. September bei den deutschen Meisterschaft in München sammeln.


