Jagd- und Lustfest Beim Jagd- und Lustfest auf Schloss Augustusburg empfingen Kurfürst Vater August und Kurfürstin Mutter Anna auch den Chef des Jagdfalkenhofes Augustusburg, Michael Löbel mit seinem für die Jagd abgerichteten Steinadler.

Foto: Wolfgang Thieme

Jagdfest lockt Besucher in Scharen an

Vielseitiges Programm mit fast 100 Akteuren auf der Augustusburg - 2200 Gäste am Wochenende - Nur wenig Resonanz am Samstag

Augustusburg. Augustusburg. Historische Jägergruppen und Fahnenschwinger, Tänzer und Musikanten, Händler und Kunsthandwerker: An die 100Akteure haben zum Kurfürstlichen Jagd- und Lustfest am Wochenende die Augustusburg bevölkert. 2200 Besucher kamen, um das Spektakel zu erleben. "Nach der mäßigen Resonanz am Samstag sind wir am heutigen Sonntag vollauf zufrieden", so Regine Herberger, Geschäftsführerin des Vereins "Mittelsächsischer Kultursommer". Wieder mal habe sich gezeigt: Sobald schönes Wetter ist, strömen die Besucher zur Burg, meinte Schlossherr Werner Sieber: "Es war eine rundum gelungene Sache." Die Veranstalter hatten sich eine Menge einfallen lassen.

Kurfürst August von Sachsen und Mutter Anna. Wie Kurfürst August (1526 bis 1586), gespielt von Matthias Brade, und Mutter Anna (Birgit Lehmann) einst geschaltet und gewaltet haben, konnten die Zuschauer auf der Bühne im Schlosshof erleben. Dort baten die einstigen Herrscher zur Audienz. So empfingen sie den Jägermeister und einen Landjungen, die mehr Geld für die Vorbereitung der Jagd forderten. Nur weil der Landesvater vor seinem Schwager Kaiser Maximilian prahlen wollte, rückte er das Geld raus. Doch Mutter Anna wies den aufmüpfigen Jägermeister zurecht: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Das wird auch noch in 100Jahren gelten." - "Die Bezüge zur heutigen Zeit sind super", so Besucherin Carola Lehmann aus Mülsen. Und dass die Wachen in einer Szene ihren Einsatz verpassten, bemerkte kaum einer.

Die Komparsen. Den Landjungen in dem von Miskus-Chefin Herberger geschriebenen Stück spielte Henry Kister. Der 18-Jährige gehört dem Carnevalsclub Grünhainichen an - wie eine ganze Reihe der Nebendarsteller. Als Jägermeister trat Mittweidas Sport- und Kulturverantwortlicher Frank Schleußing (54) auf. Seine elf Jahre jüngere Frau Andrea spielte eine Amme und die Herzogin Sophie: "Die Rollen haben wir beim Autofahren gelernt".

Die Händlerin. Dicke Handschuhe hatte Pascale Durchleuchter angezogen, als das Thermometer am Samstag nur noch auf zehn Grad kletterte. "Aber immerhin kaufen jetzt viele Leute Tee", so die 18-Jährige, an deren Stand es auch zig Sorten Gewürze gab.

Die historischen Jäger. Was wäre ein Jagdfest ohne kurfürstliche Jäger? Ganz stilecht, in schilfgrünen Uniformen und mit breitkrempigen Hüten, die mit weißen Bändern versehen waren, stiefelten Dieter Heinrich (55) und seine 20 Mitstreiter vom Historischen Verein Oederan über das Burggelände. Heinrichs Sohn Daniel schleppte ein ausgestopftes Wildschwein mit sich herum. "Die meistfotografierte Wildsau Deutschlands", sagte der 30-Jährige.

Die Kunsthandwerkerin. Als es am Samstagnachmittag nieselte und der Burghof ziemlich leer war, vertiefte sich Barbara Stimpel in ihre Arbeit. Die Korbflechterin aus Freiberg reparierte das Sitzgeflecht eines Biedermeierstuhls: "So vergeht die Zeit ganz schnell". Für ein Sitzgeflecht braucht sie übrigens bis zu zehn Stunden.

Das Brautpaar. Zwar hatte Jana Liebscher (bis Samstag Jana Reichelt) Gänsehaut, doch die 27-jährige Marienbergerin im weißen schulterfreien Kleid mit langer Schleppe strahlte über das ganze Gesicht: "Das Jagdfest verbreitet ein super Flair auf der Burg." Sie und ihr Angetrauter Colin Liebscher posierten vor einem auf Hochglanz polierten Sport-Cabriolet Horch 830, Baujahr 1933. "Die Fahrt mit dem Oldtimer war meine Überraschung für Jana", sagte der Ehemann. Zugleich habe er sich damit selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllt. "Den Berg zur Burg habe ich im zweiten Gang geschafft, erst in der letzten Kurve musste ich auf den ersten schalten", berichtete Oldtimer-Besitzer Frank Riedel aus Cunersdorf, der zum ersten Mal ein Brautpaar auf dem Renaissance-Schloss abgeholt hat.

Die Familie. "Wie er den Reifen auf der Nase balanciert hat, das war sooooo schön", jauchzte die fünfjährige Nora Schnabel aus Leipzig nach der Darbietung des Gaukler- und Zaubererduos Radugas. "Dass aus der Kugel ein Luftballon wurde, war auch toll", sagte ihr Bruder Pascal (6). Gemeinsam mit ihrem Vater Jan Schnabel - die Mutter musste arbeiten - verlebten sie am Samstag einen abwechslungsreichen Tag auf der Augustusburg. Sogar im Kerker und auf der Hexenwaage waren sie.Seite 10: Berichte

 
erschienen am 05.09.2010 ( Von Heike Hubricht )
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Flöha
Do

-6 °C
Fr

-11 °C
Sa

-12 °C
So

-10 °C
Mo

-3 °C
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte von Annaberg bis Zwickau finden Sie hier.

weiter lesen
 
Hochzeit: Der schönste Tag im Leben

Es soll der schönste Tag im Leben werden: Ihre Hochzeit! Dabei muss jedoch so einiges beachtet werden. Deshalb finden Sie hier Tipps und Anregungen rund ums Thema - ob zu Brautkleid, Blumenschmuck, Honeymoon, Schwiegereltern oder Hochzeitsmessen in der Region. weiter lesen

Das Hochzeits-Magazin der Freien Presse

Wer heiraten möchte, hat viel zu tun.Das Hochzeits-Magazin der Freien Presse zeigt Ihnen auf 84 Seiten Anregungen für den schönsten Tag im Leben. Hier geht's zum Magazin

Gewinnspiel

 
 
Freie Presse vor Ort

09557 Flöha
Augustusburger Straße 72
Telefon: 03726 5887-14311


Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 8.30 - 17.30 Uhr

weiter lesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Unsere Partner
vms
aok
chursächsische
Content Partner

OA ist ein Online-PR & Social Media News Portal für effiziente Öffentlichkeits- und Pressearbeit.

 

 


Der Partner für Ihren Kredit