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Sie haben gut lachen: Die Kinder der Kita "Sonnenland" bekommen von den vielen Rechenspielen um die Betreuung nichts mit.

Foto: Thomas Reibetanz

Kinderbetreuung: Gleiches Recht für alle?

Ab dem 1. März tritt in Oederan und den Ortsteilen eine neue Elternbeitragssatzung in Kraft. Kinder können jetzt nur noch sechs oder neun Stunden betreut werden. Eltern kritisieren das.

Von Thomas Reibetanz
erschienen am 17.02.2017

Oederan. Siebeneinhalb Stunden reichen eigentlich. So lange wird das Kind von Bernd Richter (Name von Redaktion geändert) derzeit täglich in einer der kommunalen Oederaner Kindertagesstätten betreut, so ist es vertraglich geregelt. Ab dem 1.März allerdings soll das nicht mehr möglich sein. Dann tritt die Änderung der Elternbeitragssatzung in Kraft. Neben einer allgemeinen Erhöhung der Elternbeiträge ist dort auch festgelegt, dass nur noch Verträge über sechs oder neun Stunden Betreuungszeit abgeschlossen werden können, in Ausnahmefällen auch über zehn Stunden.

Für Bernd Richter heißt das: Da es ihm nicht möglich ist, sein Kind schon nach sechs Stunden abzuholen, muss er einen Vertrag über neun Stunden Betreuungszeit abschließen. Und das bedeutet, es wird teurer. Für siebeneinhalb Stunden zahlt er aktuell 88,33 Euro, für neun Stunden wären derzeit 100 Euro fällig.

Durch die Erhöhung der Elternbeiträge wird es aber noch teurer: Ab März kosten neun Stunden Betreuung im Kindergarten 108 Euro. Bernd Richter muss also jeden Monat fast 20 Euro mehr bezahlen. "Warum ist das so, obwohl ich mein Kind weiterhin nach siebeneinhalb Stunden abhole", fragt er. "Ich zahle dann 90 Minuten umsonst."

Kathleen Recknagel versucht, Antworten zu geben. Oederans Hauptamtsleiterin hat in den vergangenen Monaten mit ihren Kollegen und auch mit den Elternvertretungen der Kindertagesstätten nach Lösungen für ein Problem gesucht, das vielen Kommunen bekannt ist. "Der Personalschlüssel passt nicht zu den praktischen Erfahrungen", sagt sie. "Wir mussten eine Lösung finden, die allen Beteiligten gerecht wird."

Das Problem: Durch kürzere vertragliche Betreuungszeiten werden den Kitas entsprechend weniger Personalstunden gewährt. Damit die allgemeinen Öffnungszeiten abgedeckt werden konnten, war zusätzlicher Personalaufwand notwendig, sagt Recknagel. "Infolge dessen haben die Erzieherinnen Überstunden angehäuft." Die Stadtverwaltung habe die Mehrkosten übernommen, unter anderem dadurch hätten sich die allgemeinen Betriebskosten erhöht und zu einer Anpassung bei den Elternbeiträgen geführt. "So konnte es nicht weitergehen", sagt Recknagel.

Unterstützung bekommt sie von den Leiterinnen der Einrichtungen, die zudem ein weiteres Problem festgestellt haben. Eltern seien gehetzt angekommen, um es rechtzeitig zu schaffen. Die Mitarbeiterinnen der Kitas hätten zudem einen riesengroßen bürokratischen Aufwand gehabt, um die Betreuung über Vertragsdauer hinaus zu dokumentieren. "Durch die neuen Verträge wissen wir, welches Kind nach sechs Stunden abgeholt wird, und welche Kinder länger bleiben. Damit können wir das Personal viel besser planen", sagt Monika Müller, Leiterin der Kita "Sonnenland" in Oederan.

Man erhoffe sich eine gerechtere Verteilung der Kosten für die Kinderbetreuung sowie entspanntere Eltern und Erzieherinnen, sagt Kathleen Recknagel. "Es wird immer Härtefälle geben, aber wir finden, dass diese Lösung die fairste ist."

 
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