Lidl-Markt zieht erst im nächsten Jahr um
Neubau auf dem Grundstück neben Polizeirevier so gut wie sicher - Alternative wird gesucht
Flöha. Der Flöhaer Lidl-Markt wird frühestens im nächsten Jahr umziehen. Das gab Ralph Würzner, Geschäftsführer der REAL Projektentwicklungsgesellschaft mbH, auf Anfrage von "Freie Presse" bekannt. Das Chemnitzer Unternehmen betreut den Neubau des Discounters als Bauherr. "Mit weiteren Informationen kann ich dazu nicht dienen, da das Verfahren noch läuft. Fakt ist, dass es einen Neubau geben wird", machte Würzner deutlich.
Somit ist ebenfalls sicher, dass die derzeit im Wohngebiet Am Sattelgut betriebene Lidl-Filiale schließen wird und mit dem dann neu errichteten Geschäft auf der Augustusburger Straße ein vierter Lebensmittelmarkt innerhalb weniger Meter entsteht.
Die Stadtverwaltung Flöha hatte sich zunächst gegen diesen Umzug beziehungsweise einen Neubau auf dem Grundstück neben dem Polizeirevier gewehrt und dem Bauantrag nicht zugestimmt. Das Landratsamt Mittelsachsen als übergeordnete Entscheidungsbehörde erteilte allerdings eine Genehmigung und machte somit den Weg für den Neubau frei. "Da der geplante Supermarkt in einem Sanierungsgebiet liegt, waren weitere spezielle Genehmigungen und Verhandlungen erforderlich. Bis auf eine noch fehlende Zustimmung sind mittlerweile alle Fragen geklärt, wir sind uns einig geworden", erklärte Flöhas Bürgermeister Frank Schmiedgen.
Auch ein offener Brief der Ortsgruppe Sattelgut der Volkssolidarität, mit dem sich ihr Vorsitzender Volker Holuscha im März an die Lidl-Geschäftsleitung wandte, hatte keinen Einfluss auf die bestehenden Pläne.
In dem Schreiben äußert Holuscha die Befürchtung, dass nach dem Umzug die etwa 2800 überwiegend älteren Anwohner im Sattelgut mit Waren des täglichen Bedarfs unterversorgt wären. Der zuständige Immobilienleiter reagierte zwar mit Verständnis auf die Bedenken, machte in seiner Antwort aber gleichzeitig deutlich, dass der Umzug aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich sei.
Unterdessen ist Volker Holuscha im regen Kontakt mit dem Eigentümer der jetzigen Lidl-Immobilie. "Wir bemühen uns darum, einen anderen Lebensmittelanbieter oder auch einen privaten Kaufmann für den Standort Bergstraße zu finden. Das wäre die idealste Lösung. Denkbar wäre auch, kleinere Räume für ein Lebensmittelsortiment im Neubaugebiet zu suchen", erläuterte der Ortsgruppenchef.
Nicht nur der längere Einkaufsweg für die Senioren mache ihm Sorgen, auch das nach der Schließung entstehende Bild einer weiteren verlassenen Immobilie habe einen negativen Einfluss auf die Wohnqualität in dem Gebiet.

