Alexa Tannert: "Ich fand die Fakten sehr interessant."Foto: Claudia Dohle
Mit einem individuellen Pass zum richtigen Beruf
Tage der Berufs- und Studienorientierung kommen bei Flöhaer Schülern gut an - Vielen fehlt aber noch die Praxiserfahrung
Flöha. Flöha. Für die 54 Schüler der neunten Klassen des Samuel-von-Pufendorf-Gymnasiums Flöha sind es drei besondere Tage gewesen. Für sie fanden neben dem üblichen Unterricht noch die Tage der Berufs- und Studienorientierung statt. Ziel dieser Projekttage war es, den Gymnasiasten einen Überblick über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu geben und ihnen somit eine Berufsorientierung zu erleichtern.
Den Auftakt bildete die Übergabe der Berufswahlpässe an die Neuntklässler am Dienstag. Der Berufswahlpass ist ein Sammelordner, der die individuellen Schritte bei der Berufsvorbereitung dokumentiert. Bei der Übergabe waren neben dem Direktor des Gymnasiums Reinald Gechert, auch die stellvertretende Schulleiterin Sylke Wolf sowie zwei weitere Vertreter der Kreissparkasse Freiberg anwesend. Die Sparkasse ist ein wichtiger Kooperationspartner und auch gleichzeitig Sponsor des Gymnasiums.
Neben einer Einführung zum Berufswahlpass, erwartete die Schüler noch weitere Veranstaltungen. So hielt zum Beispiel eine Mitarbeiterin von der AOK-Krankenkasse Vorträge über "Selbstdarstellung und Selbsteinschätzung". Florian Wendt vom Rotary Club Freiberg informierte die Neuntklässler über die vielseitigen Möglichkeiten und attraktiven Zukunftsperspektiven des Ingenieurberufs. Sowohl die Jungen als auch die Mädchen fanden diesen Vortrag sehr wissenswert."Ich habe mich vorher nie damit beschäftigt und deswegen fand ich die Fakten sehr interessant", sagte die 14-jährige Alexa Tannert aus Marbach.
Doch auch nach dem Ende der Projekttage werden die Schüler weiterhin durch die Lehrer bei ihrer Berufs- und Studienorientierung unterstützt. Die Arbeit mit dem Berufswahlpass ist fest im Lehrplan integriert. Im Deutschunterricht lernen die Schüler zum Beispiel, wie eine Bewerbung geschrieben, ein Lebenslauf erstellt und ein Vorstellungsgespräch geführt wird. Für die Meisten die noch keinerlei Praktikumserfahrungen haben, ist das noch Neuland - nicht aber für Antonia Krujatz aus Niederwiesa. "Meine Eltern haben sich vor kurzem um einen neuen Job beworben, und da konnte ich schon sehen, wie so etwas abläuft. Aber es ist immer gut, nochmal davon zu hören", erzählt die 14-Jährige, die später vielleicht einmal Autorin, Journalistin oder Grundschullehrerin für Deutsch werden will.
Auch wenn die meisten Neuntklässler vorher noch nie etwas von dem Berufswahlpass gehört haben, eine Vorstellung, wie es nach dem Abitur mal weitergehen soll, hat der ein oder andere doch schon entwickelt. Alexa Tannert träumt von einer Tätigkeit als Pilotin, und die 14-jährige Nathalie Schulze aus Hartha sagt: "Ich interessiere mich für den Optikerberuf."
Die Tage der Berufs- und Studienorientierung finden insgesamt eine positive Resonanz, sowohl bei Schülern als auch bei den Lehrern. Sylke Wolf, die für die Organisation der Projekttage zuständig ist, zeigt sich zufrieden. "Momentan sind die Schüler sehr begeistert, jetzt muss man nur noch weiter daran arbeiten, dass sie mit ihren Eltern auch selbstständig den Berufswahlpass bis zur Klasse zwölf weiterführen."


