Geschäftsführer und Inhaber Adalbert Sigg stellt eine Musterküche seines Unternehmens Ratiomat Einbauküchen Leubsdorf vor. Dieses Küchenmodell nennt sich Enterprise. Die Firma ist einer der wichtigsten Arbeitgeber des Ortes und der Region.
Foto: Toni Söll
Ratiomat hat auch im Westen den Fuß in der Tür
Fachleute sind auch in der Krise gut aufgestellt
Leubsdorf . Mit einer durchwachsenen Bilanz nähert sich das Unternehmen Ratiomat Einbauküchen GmbH Leubsdorf dem Jahresende 2011. Schuld daran hat aus Sicht von Geschäftsführer und Inhaber Adalbert Sigg die starke Kaufzurückhaltung in den Sommermonaten. Dadurch sei der gute Start am Jahresanfang, der Hoffnung auf ein Handelsjahr mit deutlichem Wachstum geweckt hatte, wieder zunichtegemacht worden. "So kommen wir nur an die Umsatzzahlen des vergangenen Jahres, die sich im unteren zweistelligen Millionenbereich bewegen, heran", sagt er.
Die Ursache für die Kaufzurückhaltung sehe er in dem nach wie vor beherrschenden Thema Euro- bzw. Finanzkrise sowie in der gewachsenen Konkurrenz deutschlandweit auf dem Küchenmarkt.
Trotzdem fühlt sich der Firmenchef des Leubsdorfer Traditionsunternehmens gut aufgestellt für 2012. "Zum einen geht es in diesen Tagen wieder aufwärts", begründet er den vorsichtigen Optimismus. Und zum anderen mache das überaus positive, ja überwältigende Interesse der Chemnitzer für die erst vor kurzem zu Ende gegangene Hausmesse Hoffnung auf die Zukunft. Weit über 300 Besucher hätten sich in nur wenigen Tagen für die Angebote der Leubsdorfer Küchenbauer interessiert. Bei den Bürgern gepunktet habe man mit Spitzentechnik aus der Küchenwelt mit aktuellem Design und modernem Zubehör.
Als Novum von Ratiomat Leubsdorf sieht Sigg das Vertriebssystem, das kontinuierlich seit 1991 aufgebaut und erweitert wurde. "Wir verfügen deutschlandweit mit 25 eigenen Läden über die höchste Zahl von Geschäften." Dabei kämen, das habe eine Analyse gezeigt, die Erzeugnisse aus dem kleinen mittelsächsischen Ort im Osten ebenso gut an wie im Westen Deutschlands.
Sehr groß sei das Kaufinteresse von Kunden in den Studios in Baden-Württemberg, hebt er hervor. "Natürlich freuen wir uns über diesen Markterfolg."
Als weiteres Alleinstellungsmerkmal bezeichnet er die Fertigung und Montage direkt vor Ort in Leubsdorf. "Die Küchen werden komplett, je nach Kundenwunsch und Geldbeutel, bei uns hier hergestellt." So sei ein höchstes Maß an Genauigkeit und Flexibilität möglich. Holzhandwerker und Designer bauen seinen Angaben zufolge die Maßküchen nach dem Tischlerprinzip. Bis zu 50-mal täglich verlasse ein hochwertiges Stück die Werkhallen von Leubsdorf. Auf 14.000 Quadratmetern, das sei fast die gesamte Fläche des Unternehmens, werde produziert. Das jährliche Investitionsvolumen liege zwischen 400.000 und 600.000 Euro.
Insgesamt 130 Mitarbeiter stehen bei Ratiomat in Lohn und Brot. Acht Auszubildende gebe es derzeit, die alle Chancen hätten, übernommen zu werden. Sigg unterstreicht deutlich: "Gutes, qualifiziertes Personal ist uns wichtig." Aber es sei immer schwerer, es zu finden.
Für Leubsdorfs Bürgermeister Ralf Börner (CDU) ist die Firma, mit der man seit DDR-Zeiten fest verbunden sei, unverzichtbar für den Ort und die Region. "Das Unternehmen unterstützt intensiv den Sportverein, ist ein guter Arbeitgeber und letzten Endes ein guter Steuerzahler." Er hoffe auf eine weitere kontinuierliche Zusammenarbeit.



17:04 Uhr
Deluxe: Stagnierende Verkaufszahlen könnten auch etwas mit mäßigem Service zu tun haben.
Als ich vor einigen Jahren in der Annaberger Ratiomat-Filiale eine Küche kaufen wollte, sollte ich den Kaufvertrag unterschreiben, noch bevor (!!!) überhaupt ein Mitarbeiter in meiner Wohnung die Maße abgenommen hat. So kann es ja nicht gehen - keine Maße, kein konkretes Angebot, keine Preise - aber einen verbindlichen Kaufvertrag abschließen wollen.
Ich bin dann zum ALNO-Küchenstudio eines Tischlers gegangen und habe dort besten Service genossen. Erst kam der Kollege messen, dann kam das Angebot und dann der Kaufvertrag. So, wie es sich gehört.