Uwe Matthes, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Marbach, begutachtet im Lager die kürzlich geerntete Wintergerste.
Foto: Toni Söll
Regenfront treibt Landwirte zur Eile
Wintergerste trotz nasskalten Wetters eingeholt
Marbach. Das wechselhafte Wetter macht es den Landwirten in diesem Sommer schwer. Auf wenige trockene und sonnige Tage folgten am Wochenende - wie angekündigt - erneut Regen und Kälte. In der vergangenen Woche haben sich die Bauern der Region daher beeilt, den ersten großen Teil ihrer Ernte einzuholen. Auf den Feldern herrschte Hochbetrieb.
Auch Hilmar Weißpflog vom Vorstand der Marbacher Agrargenossenschaft ist froh, seine Wintergerste und auch das Stroh noch vor dem neuerlichen Regen trocken in die Lagerhallen bekommen zu haben. "Vergangenen Mittwoch sind wir mit dem Ernten unserer Wintergerste fertiggeworden. Wir haben das schöne Wetter ordentlich ausgenutzt und bis in den Abend gearbeitet", sagte der Landwirt. Vor allem mit dem Ertrag der Felder in Schellenberg sei er zufrieden.
"Bei der Gerste, die aus der Gegend um Grünhainichen kommt, sieht es allerdings nicht so gut aus. Ich weiß noch nicht, wie ertragreich die Ernte dort in diesem Jahr war", sagte der Bauer. Am Donnerstag ließ Weißpflog dann noch eilig das Stroh von den Felder holen: "Bei dem sonnigen Wetter in der letzten Woche konnte es gut trocknen, und da der Regen schon früh angekündigt wurde, haben wir das Stroh nun so schnell wie möglich eingelagert."
Andere Landwirte der Region hatten vor allem bei der Ernte der Wintergerste, die im Juli anstand, weniger Glück. Bei der Agro-Produkt Leubsdorf GmbH hatte man bereits Mitte des Monats mit dem Einholen begonnen. "Zum Teil mussten wir unsere Wintergerste nachtrocknen lassen, weil sie feucht war und sonst verschimmelt wäre", berichtete Albrecht Päch. In dem Betrieb beeilte man sich daher vergangene Woche mit dem Einholen des Grassamens. "Zur Grassamengewinnung muss super Wetter sein", betonte der Experte.
Die Flächen wurden am vergangenen Montag gemäht und der Schnitt dann zwei bis drei Tage zum Trocknen in der Sonne liegen gelassen. "Anschließend haben wir den Samen ausgedroschen", sagte Päch. Er sei froh gewesen, dass es vergangene Woche trocken geblieben war: "Denn wenn das Gras nass ist, klebt es zusammen und die Samen fallen nicht heraus."

