Russische Gäste spendieren Gas und Wodka
Tolle Stimmung zur Eisbadershow im Oederaner Freibad - Veranstaltung ist deutschlandweit einziges Winterschwimmern unter Flutlicht
Oederan. Obwohl keiner der Winterschwimmer länger als eine Minute im Wasser war, hat die Nacht-eisbadershow am Samstag im Oederaner Freibad eine Stunde tolle Unterhaltung geboten. Die gastgebenden Eishaie hatten sich für die 13. Auflage dieser Attraktion, die unter Flutlicht deutschlandweit einmalig ist und für die sich auch in ganz Europa nichts Vergleichbares findet, eine Menge einfallen lassen. Nach Angaben der Veranstalter kamen 460 Besucher ins Bad, um den Mut der knapp 60 Winterschwimmer zu würdigen.
"Sibirische Nächte sind lang" hieß am Sonnabend das Motto der Show, die das sportliche Winterschwimmen mit zahlreichen eher karnevalistischen Einlagen verband. Die passende Musik zum Thema Russland stimmte schon im Vorfeld die Gäste ein, die gespannt am Beckenrand warteten und den Einmarsch der insgesamt elf Vereine bejubelten. Der Spaß begann jedoch außerhalb, als sich ein Pferdeschlitten mit Väterchen Frost und einer Schneeflocke näherte. An deren Seite kamen jedoch die eigentlichen Helden des Abends, tituliert als die Herren Lunikoff, Molotov und Kalaschnikow.
Die waren den Eishaien vor allem in flüssiger und hochprozentiger Form eingefallen und willkommen, der Gag war jedoch ihre Lieferung von zwei Flaschen aus dem Hause "Gazprom". Die müssten nun auch für ganz Oederan in diesem Winter reichen. Besiegelt wurde der Vertrag mit einem städtischen Vertreter ganz traditionell mit Brot und Salz. Derweil machten die Wodka-Flaschen schon die Runde. Als Eisbrecher angekündigt, stürzte sich der Breitenauer Gastwirt Werner Eckert mit einem kühnen Sprung als Erster in die Fluten. Der 59-Jährige, der aus Flöha-Plaue stammt, gehört zum harten Kern der Eishaie. Doch auch deren Nachwuchs zeigt sich schon abgehärtet, wie einige Jugendliche später noch bewiesen. Die eisige Bühne gehörte zunächst aber den Gästen.
Alle Vereine wurden ausgiebig vorgestellt und bekamen ihren verdienten Applaus. Mit dabei waren zum Beispiel die Falkenauer Eisteufel, die Chemnitzer Eisbären, die Geraer Elsterrobben und die Plauener Eisspitzen. Die Dresdner Eisfüchse hatten sogar eine schwimmende Bar mitgebracht, die auch noch mit Feuerwerkskörpern bestückt war. Die Gäste aus Pirna, die im nächsten Jahr schon ihr 30-jähriges Bestehen feiern, versuchten sich mit ihren Poolnudeln wieder am Wasserballett. Ein anderer deutscher Freistaat machte mit Vroni aus München seine Aufwartung. Auch die Einzelauftritte wie der des Potsdamer Havelwals waren sehenswert. Holger aus Senftenberg wagte sich zum Beispiel im Kleid ins Wasser.
Mit den Zahlen nahm man es in diesem Jahr sehr genau, alles wurde öffentlich vermessen, beglaubigt und mit Wodka begossen. Wasser und Luft machten mit exakt zwei Grad plus keinen Unterschied, für ungläubiges Staunen sorgte die Eisdicke von 34,2 Zentimetern.
Service
Die nächste Eisbadershow gibt es am 28. Februar ab 15 Uhr im Freibad Falkenau mit den dort ansässigen Eisteufeln und befreundeten Vereinen.

