Fasskeller Andreas Unglaub erzählt "Das Geheimnis des Fahrradhändlers". Die siebente Inszenierung des Schlosstheaters Augustusburg feiert am Samstagabend im Fasskeller Premiere.

Foto: Claudia Dohle

Uraufführung für eine poetische Geschichte

"Das Geheimnis des Fahrradhändlers" hat am Samstagabend in Augustusburg Premiere

Augustusburg. Augustusburg. Es ist keine reißerische Geschichte, die Andreas Unglaub Sonnabendabend seinem Premierenpublikum erzählen wird. Fast hat es den Anschein, als möchte er sich dafür entschuldigen. Doch der Akteur des Schlosstheaters Augustusburg gerät unweigerlich ins Schwärmen: "Jean-Jacques Sempes Buch ist so wunderbar poetisch. Ich habe mich sofort in den Inhalt verliebt. Es ist wie ein bebildertes Märchenbuch für Erwachsene", erzählt Unglaub, der den Text des Franzosen soweit verändert hat, dass er spielbar ist. "Das Geheimnis des Fahrradhändlers" - die siebente Inszenierung des Schlosstheaters - ist sozusagen eine Uraufführung, aber bereits ausverkauft.

In knapp 50 Minuten wird Unglaub die Geschichte von einem erzählen, der ausgerechnet durch einen Mangel an Talent den allerbesten Freund findet und - obschon ein Mädchen noch komplizierter konstruiert ist als ein Fahrrad - die Frau fürs Leben. Unglaub: "Jeder Mensch besitzt einen Makel, den er nicht preisgeben darf. Zu diesem ,Fehler' zu stehen, dafür bedarf es Stärke."

Die Inszenierung ist für den Theaterschauspieler eine extreme Herausforderung. Die Spannung zu halten, sei die größte Kunst, beschreibt er. Sein Ziel sei es, diese Geschichte so gut zu erzählen, dass sie ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlt. Zwar spiele die Geschichte in Frankreich, doch könne der Fahrradhändler auch Augustusburg meinen, wenn er von seinem Städtchen und seinem Landkreis erzählt.

"Das Schlosstheater Augustusburg ist ein regionales Produkt. Man kann uns anfassen, das ist das Schöne. Und auch wenn wir es nicht aussprechen, handelt das Stück von regionaler Liebe. Gemeinsam funktioniert die Gemeinde", schildert Unglaub und findet einige treffende Parallelen.

Man muss dynamisch sein. Kommt erst einmal alles ins Rollen, kann man nur noch die Notbremse ziehen ... Das Leben ist ungerecht, das Geheimnis des Scheiterns unergründlich. Heimliches Üben im Abfedern von Stürzen und das Zerlegen des Fahrrades in Einzelteile bringen den Titelhelden aber nicht den erhofften Einblick in die mysteriösen Zusammenhänge von Schwerkraft, Zentrifugalkraft und Kraft bewegter Massen.

Service

"Das Geheimnis des Fahrradhändlers", steht am 20. März, 19 Uhr auf dem Spielplan. Der Eintritt kostet zehn Euro.

www.schlosstheater-augustusburg.de

 
erschienen am 12.03.2010 ( Von Katrin Kablau )
 
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