Andreas Unglaub spielt mit "Das Geheimnis des Fahrradhändlers" sein erstes Einpersonenstück im Schlosstheater Augustusburg.
Foto: Claudia Dohle
Vom Trauma des Radfahrens
Begeistertes Premierenpublikum im Schlosstheater Augustusburg
Augustusburg . Augustusburg. Der Fasskeller der Augustusburg war wieder brechend voll, die Premiere des Schlosstheaters am Sonnabend ausverkauft. Diesmal spielt Andreas Unglaub ohne seine Partnerin Anna Silke Röder sein Einpersonenstück. "Das Geheimnis des Fahrradhändlers" ist das erste von zweien, Anna Silke Röder steuert ihr Solo "Hellas Sonntag" dann im September bei. Und wie der Unglaub spielte! "Das war begeisternd, lustig, aber doch auch sehr nachdenklich. Die Herzlichkeit, mit der Andreas Unglaub agiert, rührt einen sofort an", meint Conny Singer aus Zwickau. Wie immer blieben nach der Aufführung viele Zuschauer noch ein bisschen da, ließen sich von Anna Röder was einschenken, plauderten, schüttelten dem Darsteller die Hand. So klingen im Fasskeller die Aufführungen nach.
"Das ist die besondere Atmos-phäre hier im Schlosstheater, deswegen kommen wir aus Zwickau sehr gern her", fügt Dirk Friedel den Worten von Conny Singer hinzu. Zählen sich die beiden Zwickauer zum Stammpublikum? "Kann man so sagen", bestätigt Dirk Friedel.
Zum Stammpublikum im Chemnitzer Theater, aber auch in Annaberg-Buchholz zählen sich Anett Wagner und Steffen Kunz aus Chemnitz. Nun aber - "auf jeden Fall!" - auch im Schlosstheater. Steffen Kunz findet es erstaunlich, was das Schauspielerpaar Röder-Unglaub aus literarischen Stoffen für das Theater macht. "Die beiden sind ja offensichtlich immer auf Suche und so bieten sie uns die Chance, in Augustusburg immer Neues kennen zu lernen und so manche Überraschung zu erleben. Was mir ganz besonders gefällt - hier kannst du dich auf gute Schauspielkunst verlassen, und das noch dazu für einen guten Preis", meint Steffen Kunz.
Andreas Unglaub war sichtlich erleichtert nach der Premiere, auch bei Anna Röder hatte sich die Aufregung gelegt. "Die war beinahe größer diesmal, auch wenn ich nicht mit gespielt habe. Aber auch die Einpersonen-Inszenierung ist eine gemeinsame Sache". Ein Küsschen für seine Partnerin am Schluss der Vorstellung war ein sichtbarer Dank von Andreas Unglaub. Das französische Menjou-Bärtchen, das er sich extra stehen ließ für diese Rolle des Fahrradhändlers Paul Tamburin, war nicht im Wege. Der lebt zwar in einem französischen Kleinstädtchen, was er aber vorspielte, konnte genau so im Städt'l passieren. Allerdings - die Tour de France wird hier nicht durchrasen.
Eine Menge Bezüge und Anzüglichkeiten identifizierten die Geschehnisse mit der Region, in der Röder und Unglaub selbst leben. Unglaub verbreitete mit Text und Spiel so ganz nebenher auch eine Art Vision von kleinem Handel und Wandel und namensgebender Handwerksqualität in der Kommune. Wo jeder eben auch seine Geheimnisse hat und doch alles herauskommt. Alles endet mit großem Gelächter. Denn nun wissen wir: Sollte der Unglaub mal auf dem Fahrrad den Berg hinunter jagen nach Kunnersdorf - schnell beiseite springen. Das ist eine gefährliche Theaterprobe ...Seite Kultur: Bericht
Service
Aufführungstermine für "Das Geheimnis des Fahrradhändlers" sind der 20. März, 17. und 24. April, jeweils 19 Uhr.


