Baustelle Diese Baustelle in der Zschopau in der Stadt Zschopau haben die Angler als Ursache für die braune Brühe ausgemacht und erstatteten Anzeige.

Foto: PF

Zschopau-Eintrübung: Angler erstatten Anzeige

Anglerverband "Südsachsen Mulde/ Elster" zeigt Baufirma aus Aue an

Flöha. Flöha. Trübe Brühe in der Zschopau vor sieben Tagen hat offensichtlich ein Nachspiel. Der Anglerverband "Südsachsen Mulde/ Elster" mit Sitz in Chemnitz erstattete Anfang der Woche gegen die mit dem Bau einer Fischtreppe an der Zschopau beauftragte Firma aus Aue.

Im Schreiben, das ans Sachgebiet Umwelt im Landratsamt Erzgebirgskreis adressiert ist, informierte Jürgen Gastmeyer, Geschäftsführer des Verbandes, dass bei einer Gewässerkontrolle am Montagmittag in Zschopau festgestellt worden sei, dass an der Baustelle Wasserkraftanlage Johannisstraße vom Baubetrieb der teilweise aus feinem Lehm bestehende Fangedamm im Flussbett verteilt worden sei. "Die Folge war eine enorme Eintrübung des Wassers mit fein suspendierten rötlichen Mineralstoffen. Diese Verschmutzung kann vor allem bei kleineren Fischen zur Verstopfung der Kiemen und in deren Folge zum Tod durch Ersticken führen", heißt es im "Freie Presse" vorliegenden Schreiben. Die Angler fordern, dass die vorhandenen Baumaterialien aus dem Gewässerquerschnitt entfernt und abtransportiert werden - mit einer Technologie, bei der Sedimentabschwemmungen auf ein Minimum begrenzt werden.

Den Recherchen der alarmierten Behörden im Erzgebirgskreis sowie im Landkreis Mittelsachsen zufolge war vor einer Woche nicht mehr nachvollziehbar, ob der Bau der Wasserkraftanlage in der Stadt Zschopau Auslöser für die Verschmutzung war. Das Landratsamt Erzgebirgskreis teilte am Dienstag mit, dass unmittelbar nach Feststellen der Gewässerverunreinigung dieLandesdirektion (LDC), die für das Bauvorhaben zuständige Genehmigungsbehörde in Chemnitz, informiert "und um weitere Veranlassung und Klärung gebeten" worden sei. "Auch die bei uns eingegangene Anzeige wird zuständigkeitshalber an die LDC übergeben", sagte Pressesprecherin Jutta Leonhardt.

Bis Redaktionsschluss sah sich die Landesdirektion jedoch zu keinem Statement in der Lage. Vergangene Woche hatte die Behörde nur mitgeteilt, dass keine Gefährdung in der Eintrübung auszumachen sei. Die Firma in Aue bestätigte Gespräche mit dem Anglerverband. Was es mit den Vorwürfen auf sich hat, dazu waren keine näheren Auskünfte zu erhalten.

 
erschienen am 09.11.2010 ( Von Katrin Kablau )
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