Mitarbeiter der Spezialfirma Berg-, Stollen- und Tunnelbau (BST) Freiberg beräumen im Auftrag des Oberbergamtes am Sandberg in Halsbrücke einen Schacht zur Sicherung eines Bergschadens.
Foto: Rolf Rudolph
Altbergbau fordert seinen Tribut
Am Sandberg in Halsbrücke sind weitere Sicherungsmaßnahmen notwendig
Halsbrücke. Halsbrücke. Zur Sicherung des Tagebruchs am Halsbrücker Sandberg, unweit des VIII. Lichtlochs des Rothschönberger Stollens, sind weitere Maßnahmen notwendig. Zum betroffenen Gelände gehören Wohnhäuser und eine durchführende Straße. Im Auftrag des Oberbergamtes haben Mitarbeiter der Spezialfirma Berg-, Stollen und Tunnelbau (BST) Freiberg jetzt damit begonnen, einen alten Schacht aufzuwältigen. Das bedeutet: loses Füllmaterial wird herausgenommen. "Die Arbeiten sind notwendig, um weitere Einbrüche zu vermeiden, da von den Hohlräumen durch den Altbergbau in etwa 20 Meter Tiefe Gefahr ausgeht", sagt Volkmar Scholz, verantwortlicher technischer Sachbearbeiter des Oberbergamtes.
Der Bergschaden in Halsbrücke war bei der Schneeschmelze kurz vor Weihnachten 2008 entstanden. Der sichtbare Bruch hatte einen Durchmesser von etwa einem Metern und war etwa zwei Meter tief. Risse im Boden reichten bis an das Wohnhaus am Sandberg 14 heran. Das Oberbergamt hatte sofort Sicherungsmaßnahmen eingeleitet. Die Firma BST brachte im vergangenen Jahr einen Erkundungsschacht in eine Teufe von zirka 19 Metern nieder, damit Fachleute die Ursache des Bergschadens erkunden und ein Sanierungskonzept erarbeiten konnten.
Als Teufe bezeichnet der Bergmann die Tiefe, als Tagebruch den Bergschaden, der bis an die Erdoberfläche durchbricht. Dort wird der Schaden oft durch Risse oder kraterähnliche Einsturztrichter sichtbar. Tagebrüche treten in der Regel durch den Einsturz alter, nicht verfüllter Bergwerksstollen und -schächte auf. Auch im kommenden Frühjahr, wenn der Frost aus der Erde weicht, könnten durch Schmelzwasser und Niederschläge in Bergbaurevieren durchaus weitere solcher Bergschäden entstehen.


