Nach den bisherigen Verkehrszählungen und den damit verbundenen Berechnungen gehört der Bebelplatz zu den lautesten Plätzen in der Bergstadt.
Foto: Klaus Ebert
Am Bebelplatz ist es am lautesten
"Tag gegen Lärm" entlarvt Ruhestörer
Freiberg. Freiberg. Es bleibt laut. Einen Aktionsplan für Freiberg, der den Verkehrslärm eindämmen soll, gibt es noch nicht. Zumindest sind aber jene Straßen und damit Gebiete in der Bergstadt erfasst, die nach jüngsten Verkehrszählungen den höchsten Geräuschpegel aufweisen.
Dabei arbeitet die Bergstadt wie weitere 212 Kommunen des Freistaates mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zusammen, das wiederum ein Fachbüro beauftragt. Ziel: Eine Lärmkartierung, die im Fazit klare Schlussfolgerungen für einen Aktionsplan zulässt.
Lärmkarten werden ausgelegt
"Mit dem Ergebnis für Freiberg rechnen wir frühestens im Frühjahr 2012", erklärt Daniela Schäfer, Sachgebietsleiterin Stadtentwicklung. Bis dahin muss Freiberg noch Daten nach Dresden liefern. Wie zum Beispiel die Zahl der Einwohner pro Gebäude entlang der betroffenen Straßen. Ein Verfahren, wie Schäfer betont, das nicht an den Einwohnern vorbeigehen darf. So sollen nicht nur die Berechnungen der Lärmkarten, sondern auch später der Aktionsplan öffentlich im Rathaus ausgelegt werden. Gleichwohl stellte die Rathausmitarbeiterin klar, dass Schallschutzwände im Stadtzentrum kaum eine Chance hätten.
Eher sei an Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Flüsterasphalt zu denken. Im Zusammenhang mit den Diskussionen um den Bau der Umgehungsstraße blieb die 47-Jährige diplomatisch. "Das bringt mit Sicherheit eine Entlastung in einem dicht bebauten Gebiet", ist Schäfer überzeugt. So verwundert es nicht, dass sie den Bebelplatz als einen der am lautesten Standorte bezeichnet.
Die Bergstadt lässt die Lärmbelästigung für Straßen mit mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr berechnen. Das sind 37 Kilometer. Eine Zahl, die sich bald auf 26 minimieren könnte. Denn nach der aktuellen Zählung kommen die Hilbersdorfer und Hainichener Straße nicht mehr an die Vorgaben heran. "Wir haben daher einen Antrag laufen, damit diese beiden Abschnitte aus der Untersuchung herausgenommen werden", sagt Schäfer.
Wegen des Aktionstages hat das Landsamt für Umwelt am von 13 bis 18 Uhr eine Hotline für Rat suchende Bürger geschaltet. Über Ruf 0351 26125252 beraten Fachleute rund ums Thema. "Oft wissen Betroffene nicht, an wen sie sich im Beschwerdefall wenden können", sagt Sprecherin Karin Bernhardt. Denn Lärm verursache Stress, störe das Wohlbefinden. Davon ist auch der Freiberger Hörgeräteakustik-Meister Uwe Dietrich überzeugt: "In Deutschland haben 15 Millionen Menschen ein Hörproblem." Er lädt am Mittwoch zu kostenlosen Hörtests ein.
Verkehrslärm in Freiberg
Auf diesen Straßen ist laut Verkehrszählung der Lärm extrem:
Kommunale Straßen:
Karl-Kegel-Straße, Meißner Ring
Staatsstraßen:
Hainichener Straße, Hilbersdorfer Straße, Halsbrücker Straße, Frauensteiner Straße
Bundesstraßen (101/173):
Brander Straße, Leipziger Straße, Chemnitzer Straße, Dresdner Straße
Pro Tag sind auf der Karl-Kegel-Straße 12.000 Fahrzeuge gezählt worden, auf dem Meißner Ring 8500.


