Das Freiberger Brauhaus - im Bild Logistikchefin Elke Heinrich und Fahrer Volker Vergöhl - ist eines der beiden mittelsächsischen Unternehmen, die an der Grünen Woche 2012 teilnehmen.
Foto: Eckardt Mildner/Archiv
Brauerei stellt sich auf Grüner Woche vor
Nur zwei mittelsächsische Unternehmen sind auf der Messe in Berlin präsent
Freiberg/Oederan. Die Grüne Woche spaltet die Lebensmittelbranche in Mittelsachsen. Während im Freiberger Brauhaus und in der Oederaner Fleischerei Richter die Vorbereitungen für die am Freitag beginnende Messe in Berlin auf Hochtouren laufen, kommt für andere Unternehmen eine Teilnahme nicht (mehr) infrage.
Der Oederaner Suppenhersteller Miko ("Suppina") beispielsweise macht seit vier Jahren einen Bogen um die Grüne Woche. "Für uns bedeutet die Messe viel Aufwand und wenig Nutzen", erklärte Geschäftsführer Volkmar Klausnitzer. Seine Begründung: Das Gros der Produkte wird über Handelsketten abgesetzt und ist dort oft nicht unter "Suppina", sondern als Eigenmarke der jeweiligen Kette erhältlich. Für die Teilnahme an der Grünen Woche müsse das Unternehmen Kosten von rund 10.000 Euro kalkulieren, "die wir lieber woanders investieren", wie Klausnitzer sagte. Noch im Jahr 2005 hatte Miko in Berlin ein Oederaner Menü kredenzt. Derzeit beschäftigt der Betrieb 30 Mitarbeiter sowie Teilzeit- und Saisonkräfte.
Auch die Obstkelterei Kurt Heide in Siebenlehn ist nach einer einmaligen Teilnahme 2009 nicht mehr auf der Grünen Woche präsent. "Es hat uns nichts gebracht - außer Kosten", hieß es am Dienstag. Deshalb konzentriere sich der Betrieb auf regionale Messen.
Michael Eßlinger hingegen setzt auf die Grüne Woche. Der Geschäftsführer der Freiberger Brauhaus GmbH (170 Mitarbeiter) sieht in der Grünen Woche eine gute Möglichkeit des Kundenkontaktes. Zum 20. Mal ist das Unternehmen dort präsent und stellt sein gesamtes Sortiment vor - darunter auch das alkoholfreie Bier, das seit Ende 2010 auf dem Markt und das jüngste Produkt im Hause ist. "Gemeinsam mit der Fleischerei Richter und dem Tourismusverband Erzgebirge haben wir einen Stand", sagte Pressesprecherin Andrea Berndt. Der Gemeinschaftsstand des sächsischen Landwirtschaftsministeriums dreht sich um Brauereien und sächsische Biere. Eßlinger fährt auch selbst nach Berlin. Beim "Biertermin" zum Sachsentag (23. Januar) wird ihn Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ins Kreuzverhör nehmen. Aufgeregt sei er deshalb nicht, "eher in Vorfreude", wie der Brauereichef sagte. Denn den Ministerpräsidenten Tillich kenne er schon lange, und über sächsisches Bier wisse er Bescheid.


