Heike und Steffen Büschel mit einer Hochzeitstaube. Handzahme Tiere aus dem familieneigenen Schlag erfreuen im Frühjahr und Sommer vor allem frisch vermählte Paare.
Foto: Rolf Rudolph
Brieftauben als Glücksboten
Saydaerin überrascht Hochzeitspaare mit den Tieren
Sayda. 40 schneeweiße Brieftauben sitzen im Schlag von Steffen und Heike Büschel in Sayda. Einige von ihnen wählen der Tischler und die Spielzeugmacherin im Frühjahr als Glücksbringer aus und trainieren sie für diese ganz besondere Aufgabe. Ab Mai ist es dann soweit: Hochzeitspaare bekommen die zahmen Tiere in die Hand, um sie gemeinsam mit den Wünschen auf gutes Gelingen der Ehe auf die Reise zu schicken.
„Meist ist das eine Überraschung von Freunden und Verwandten für das Paar“, sagt Heike Büschel. Die 37-Jährige packt je nach Wunsch zwei oder dazu noch einmal zwölf Tauben in weiße Körbe, um sie auf Feiern als kleine Attraktion in die Lüfte steigen zu lassen. Das Dutzend Tiere soll zusätzlich Glück in allen Monaten bringen.
„Gleichzeitig mit den zwei Tauben, die das Hochzeitspaar in die Luft schickt, öffne ich den Deckel des großen Korbes, und die Vögel steigen zusammen auf“, erzählt die Saydaerin. Sie drehen über den Köpfen der Gäste eine oder mehrere Runden zur Orientierung und fliegen zurück zu ihrem Zuhause in Sayda.
Von Mai bis August ist Heike Büschel fast an jeden Samstag mit den Tauben in der Region sowie bis nach Annaberg, Chemnitz und Dresden unterwegs. An Rathaus, Nikolaikirche und Alter Elisabeth in Freiberg steht die Saydaerin besonders oft mit ihrem Tisch und den Taubenkörben: Dort wird geheiratet, und dort sorgen die fliegenden Glücksboten für Freude. Auch zu Taufen, Silbernen und Goldenen Hochzeiten sowie Konfirmationen sind ihre fliegenden Symbole der Liebe willkommen.
Steffen Büschel züchtet seit mehreren Jahren Tauben. „Zuerst habe ich mich am Brieftaubensport beteiligt, aber das war sehr zeitaufwändig und ließ sich nicht mehr mit der Arbeit vereinbaren“, erzählt er. Die Bitte einer jungen Frau, zu einer Trauung zwei Tauben aufzulassen, brachte die Büschels vor vier Jahren auf die Idee der Hochzeitstauben. Bevor die meist jungen Tiere zum Einsatz kommen, erhalten sie ein Training.


