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Die Abhangkartusche des Epitaphs zeigt die Geschichte von Jona und dem Wal. Er war laut Bibel drei Tage im Bauch des Tieres. Auch an anderer Stelle des Grabdenkmals wird auf diese Zahl verwiesen.

Foto: Eckardt Mildner Bild 1 / 5

Das Geheimnis der Dorfkirche

Der Weißenborner Epitaph strahlt nach seiner Sanierung wieder in altem Glanz. Doch noch immer wird gerätselt, was er den Gläubigen sagen sollte. Nun sucht Ortschronist Albrecht Lorenz die Hilfe eines Experten aus Hamburg.

Von Kai Kollenberg
erschienen am 10.03.2016

Weißenborn. Drei. Wer sich mit dem Epitaph der Familie Hartitzsch in der Weißenborner Kirche beschäftigt, stößt immer wieder auf diese Zahl. Da wäre zum einen das Relief von der Opferung Isaaks, das sich im oberen Teil des Epitaphs findet. Drei Tage dauerte der Weg von Abraham und seinem Sohn Isaak, bis sie zur Opferstätte kamen, wo der Junge sein Ende finden sollte. Gleich neben diesem Bildnis findet sich eine Darstellung, wie der tote Jesus vom Kreuz genommen wird. Drei Tage lag er im Felsengrab. Und unten auf dem Grabmal der Familie Hartitzsch ist die Geschichte von Jona bebildert, der von einem Walfisch verspeist wird. Drei Tage soll er laut Bibel im Bauch des Wals verbracht haben.

Die Zahl Drei spielt in der christlichen Symbolik eine besondere Rolle. Sie verweist schließlich auch auf die Dreifaltigkeit von Gott, Christus und Heiligem Geist. Doch Albrecht Lorenz, Ortschronist von Weißenborn, geht davon aus, dass sich hinter den großen und kleinen Bildern des Epitaphs noch mehr verbirgt.

"Wir wissen nicht, was uns der Epitaph aus religionsgeschichtlicher Sicht sagen kann", so Lorenz. Für die Menschen im 17. Jahrhundert - das Grabmal entstand vermutlich 1612/13 - sei dies einfacher gewesen. Sie hätten die Symbolik erschließen können. Heute ist dies ungleich schwerer. Es fällt beispielsweise auf, dass die Inschriften auf andere Bibelstellen als diejenigen verweisen, die auf den Reliefs und den kleinen Figuren dargestellt sind. Aber was das bedeutet, bleibt unklar.

Lorenz ist deswegen mit Johann Anselm Steiger von der Universität Hamburg in Kontakt getreten und hat ihn um Hilfe gebeten. Steiger hat dort die Professur für Kirchen- und Dogmengeschichte inne und ist ein Experte für lutherische Theologie und Frömmigkeit der Barockzeit. Bald veröffentlicht er eine Arbeit über sakrale Kunst in rund 300 Gedächtnisorten in Norddeutschland, Dänemark, Polen und dem Baltikum.

Ortschronist Lorenz ist überzeugt, dass Steiger auch die Geheimnisse des Epitaphs entschlüsseln kann. "Ich habe Herrn Steiger sämtliche Unterlagen über den Epitaphen geschickt", sagt er. "Ich weiß nicht, wann er mit seiner Untersuchung fertig ist, aber ich bin überzeugt, dass sie uns neue Einblicke in das Weißenborner Leben im 17. Jahrhundert geben wird." Denn Weißenborn zählte zum Randgebiet der Reformation - und einige Mitglieder der Familie Hartitzsch zu ihren Anhängern.

 
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Das Geheimnis der Dorfkirche
Die Herkunft der Familie Hartitzsch
 
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