Karsten Schneider Schön bunt schon auf der Erde: Karsten Schneider mit "Handwerkszeug" für seine Pyroshows.

Foto: Peter Hertel

Ein Hilbersdorfer lässt es Sterne regnen

Bürgermeisterkandidat Karsten Schneider zündet nebenberuflich Feuerwerke

Hilbersdorf. Hilbersdorf. Mit lautem Knall und Sternenregen könnte sich im Falle seines Sieges bei der Bürgermeisterwahl am 20. Juni in Hilbersdorf der Herausforderer des bisherigen Amtsinhabers Volker Haupt selbst feiern. Denn Karsten Schneider versorgt als Schichtverantwortlicher im Technischen Service der Deutschen Solar AG Freiberg die Mitarbeiter nicht nur mit Licht, Luft, Wasser, Strom und anderen Medien, sondern zündet nebenberuflich Feuerwerke. Mega Pyro Show nennt sich seine Firma, mit der er seit 2004 Sterne, Kometen und Wasserfälle an den Himmel zaubert.

In dieser Beziehung ist der 36-jährige gebürtige Freiberger, der 1997 in Hilbersdorf ein Eigenheim baute, erblich vorbelastet: Sein Vater war Zeit seines Lebens Pyrowerker in der Freiberger Pulvermühle, der heutigen Pyrotechnischen Fabrik GmbH Weco. Hier hat Karsten Schneider nach seinem Schulabschluss 1990 auch eine Lehre als Energieelektroniker absolviert. Doch er wurde nicht übernommen. "Das war eine bittere Zeit", erinnert er sich. So arbeitete er, unterbrochen vom Wehrdienst, als Elektromonteur bei der Tippmann GmbH in Brand-Erbisdorf, bevor er 2002 zur Deutschen Solar wechselte.

In Döbeln hat der Staatlich geprüfte Pyrotechniker im Januar 2005 sein erstes eigenes Feuerwerk gezündet. "Es hat Mordsspaß gemacht", erinnert er sich heute noch. Sein bisher größtes war das bei der Nacht der Wissenschaften im Juni 2009 in Freiberg. Gemeinsam mit Hanspeter Scheibe, mit dem er noch in diesem Jahr eine GmbH gründen will, ließ er es mithilfe von 14 Zündcomputern insgesamt rund 50.000- mal krachen. Über ein halbes Jahr lang haben sie auf diese reichlich fünf Minuten hin gearbeitet. Die Begeisterung der Zuschauer war beiden dafür gewiss. "Toi, toi, toi, es hat bisher immer alles geklappt", sagt Karsten Schneider, der die klassisch-puren Feuerwerke ohne Musik am meisten liebt, weil da das Schauspiel am Himmel ganz allein für sich wirken kann. "Das ist für mich der höhere Anspruch." Auch der Freiwilligen Feuerwehr von Hilbersdorf kommen die außergewöhnlichen Fähigkeiten ihres Mitglieds zugute: So hat er es schon mehrfach für Übungen professionell und sicher qualmen sowie flackern lassen. Auch für eine Brandschutzübung bei der Deutschen Solar hat er den Betrieb realitätsnah "eingeraucht".

In den nächsten Wochen ist Karsten Schneider mit seinem pyrotechnischen Equipment ziemlich oft unterwegs. So wird er zum Beispiel den Himmel beim Dorffest in Lichtenberg leuchten lassen und der 800-Jahr-Feier im brandenburgischen Plessa eine glitzernde Krone aufsetzen. Und natürlich wird er gemeinsam mit der Weco beim Dorffest vom 11. bis 13. Juni in seinem Heimatort Hilbersdorf das Feuerwerk gestalten.

Service

Am Dienstag, 18. Mai, 19 Uhr stellt sich Karsten Schneider als Bürgermeisterkandidat in einer Bürgerstunde im "Paparazzi" Hilbersdorf vor.

 
erschienen am 14.05.2010 ( Von Gudrun Frohmader )
 
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