Besonders geliebt hat Xenia die Ausflüge mit ihren Gasteltern in die sächsische Landeshauptstadt, wo sie sich stundenlang in deren Kunstsammlungen umschauen konnte.
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Gasteltern: heimatlich und multikulti
Seit fünf Jahren zeigen Sonja und Rainer Langer jungen Menschen aus Russland ihre Heimat
Neuhausen. Xenia Tscherepanowa fällt der Abschied schwer. Die 15-Jährige hat drei Monate im idyllischen Neuhausen verlebt. "Deutschland ist für mich das beste Land in der Welt", sagt das Mädchen vor dem Abflug nach Irkutsk. Leicht gesagt. Denn bisher hat die Russin nur China gesehen. Doch die Gymnasiastin, die in ihrer Heimat in einer Heavy-Metal-Band singt, sich für Kunst interessiert und dem Reitsport frönt, meint es ernst. "Das Familienleben ist hier schöner." Letzteres haben Sonja und Rainer Langer ermöglicht, die Xenia drei Monate an ihrem Leben teilnehmen ließen. "Mit allem, was dazu gehört - inklusive des Besuches am Gymnasium Olbernhau", betont die 53-Jährige. "Wo kann man die deutsche Sprache besser lernen, als in der Praxis."
Tochter nach Amerika geschickt
Dabei sind die beiden Neuhausener vor fünf Jahren eher zufällig in die Rolle der Gastgeber geschlüpft. Auslöser waren die eigenen Kinder. "Ich hab unsere Tochter immer ermutigt, nach Amerika zu gehen, damit sie ihr Englisch verbessern kann. Aufgenommen wurde sie bei Freunden, die dafür nichts verlangt haben", blickt Sonja Langer zurück. Kurz danach seien sie angesprochen worden, ob sie bereit wären, russische Schüler aufzunehmen. "Da unsere Tochter gute Erfahrungen mit Gasteltern gemacht hat, haben wir nicht lange überlegen müssen und zugesagt", erinnert sich Rainer Langer. Die organisatorischen Fäden hält jedoch der in Berlin ansässige Verein "Gastschüler in Deutschland" in der Hand. 3500 Schülern hat er in den vergangenen 14 Jahren einen dreimonatigen Bildungsaufenthalt in Deutschland ermöglicht. Seit 2000 wird die Vorbereitung der Schüler indes von deutschen Deutschlehrern übernommen - vor allem in den Städten jenseits des Urals. Zudem ist unser Programm eine ideale Ergänzung ihres Unterrichts", erklärt Peter Goebel, Chef des Vereins, der 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.


