Geld reicht nicht mehr: Kreis will Ämter zentralisieren
Landratsamt prüft weitere Sparpotenziale - Mietausgaben müssen gesenkt werden - Besserer Bürgerservice im Internet geplant
Freiberg. Freiberg. Die Mitarbeiter im Landratsamt Mittelsachsen stehen vor schweren Aufgaben. Momentan tüftelt die Verwaltung an der finanziellen und damit auch personellen Ausrichtung der kommenden acht Jahre. Wie viel Personal benötigt das Amt, welche freiwilligen Leistungen können noch gestemmt werden, in welchen Städten gibt es auch weiterhin Standorte des Landratsamtes, lauteten die Fragen, mit denen sich am Mittwoch in Freiberg der Kreistag beschäftigte.
An einem Personalabbau führt demnach kein Weg vorbei. Bis 2018 stehen 170 Stellen zur Disposition - der Abbau erfolgt überwiegend über altersbedingt ausscheidende Kollegen. "Wir müssen uns fragen, wie viele Mitarbeiter wir für unsere Aufgaben zwingend benötigen. Andererseits sind junge Fachkräfte weiterhin unabdingbar. Das Landratsamt bleibt ein Ausbildungsbetrieb", sagte Karl-Heinz Bellmann, Abteilungsleiter Interner Service in der Verwaltung.
Einigen Kreisräten sind die Bemühungen der Verwaltung allerdings zu halbherzig. "Der Stellenabbau bis 2018 kann nur eine Sparmaßnahme sein. Die knappen Finanzen in den kommenden Jahren erfordern jedoch deutlich größere Anstrengungen", sagte CDU-Kreisrat Bernd Hubricht. Gewisse Aufgaben müssten zumindest vorübergehend ausgelagert werden, um Kosten zu sparen.
Gottfried Jubelt von der Partei Die Linke forderte größere Transparenz in der Personaldebatte. Er kritisierte zugleich den Personalbedarf in einigen Bereichen. "Ich kann mir nicht vorstellen, wofür der Landrat in seinem Büro 18 Vollzeitbeschäftigten benötigt", brachte Jubelt an. Verwaltungschef Volker Uhlig (CDU) zählte die Aufgaben seiner Mitarbeiter auf und betonte: "Ich will mich aber nicht beklagen."
Sparpotenziale gibt es auch in anderen Bereichen. 26 Gebäude nutzt der Kreis an 17 Verwaltungsstandorten in ganz Mittelsachsen. "Der finanzielle und der Verwaltungsaufwand für die Unterhaltung sind hoch. Wir müssen uns aus einigen Objekten zurückziehen, um Mietkosten zu sparen", kündigte Karl-Heinz Bellmann an. Ziel sei es, die Verwaltungsstandorte zu zentralisieren und Büroräume optimal zu nutzen. Das heißt: Perspektivisch könnte das Landratsamt nur noch in Freiberg, Mittweida und Döbeln ansässig sein.
Trotz Zusammenlegung soll der Bürgerservice nicht verringert, sondern sogar ausgebaut werden. "Die Bürger finden künftig mehr Formulare im Netz und können diese auch online ausfüllen und absenden", sagte Bellmann. In diesem Zuge sehen aktuelle Pläne einen Personalabbau um bis zu drei Beschäftigte im IT-Bereich vor. Insgesamt sollen in diesem Bereich bis 2014 etwa 600.000 Euro eingespart werden.
Der Grund für die Spardebatten ist stets der gleiche: Dem Kreis geht das Geld aus. "Im kommenden Jahr sinken die Zuweisungen vom Freistaat noch einmal um zwölf Millionen Euro. Ein ausgeglichener Haushalt ist 2011 unrealistisch", schilderte Finanzchefin Uta Müller.


