Räuchermittelherstellung Marion Koch ist die Chefin der Apotheker Hermann Zwetz Räuchermittelherstellung in Mohorn-Grund. Mit feiner Nase arbeitet sie an einer neuen Duftnote, die nach Glühwein riecht.

Foto: Rolf Rudolph

Glühweinduft aus dem Räucherhaus

Bei Knox in Mohorn-Grund wird seit zwei Jahren an einem weiteren Räucherkerzenduft getüftelt

Mohorn-Grund. Mohorn/Grund. Räucherkerzchen gehören wie der Christbaum zum Weihnachtsfest dazu. Dem Duft sind dabei heute kaum noch Grenzen gesetzt. Seit zwei Jahren wird in der Firma Apotheker Hermann Zwetz Räuchermittelherstellung, die unter dem Namen Knox bekannt ist, an Räucherkerzen getüftelt, die nach Glühwein duften.

"Von der Idee bis zum fertigen Produkt kann es durchaus drei Jahre dauern", sagt Geschäftsführerin Marion Koch, die mit ihrem Schwiegersohn Dennis Koch-Beier mit feiner Nase den Glühweinduft in einem geruchsneutralen Raum kreiert. Neben den Grundbestandteilen von Räucherkerzen - Holzmehl und Harzen - haben die Mohorner mit über 20 verschiedenen Bestandteilen experimentiert. Dazu zählen Zimt, Nelken und Apfel. "Wir haben immer wieder Probe-Chargen hergestellt und manche Dinge dabei auch verworfen. Jetzt nähern wir uns dem Ziel und wollen den Glühweingeruch im nächsten Jahr den Kunden anbieten", verrät Marion Koch.

Bei Knox werden inzwischen Räuchermittel mit 40 verschiedenen Duftnoten angeboten. Die Produkte duften blumig, fruchtig, exotisch, herb, nach Gewürzen und weihnachtlich. Die in der Weihnachtszeit beliebtesten Räucherkerzen sind noch immer die mit Tannenduft.

Jährlich werden bei Knox zwischen 65 und 70 Tonnen Räuchermittel hergestellt. Unter 20 Prozent davon sind XXL-Räucherkerzen mit fünf verschiedenen Düften, die bei der Gartenparty angenehmen Duft verbreiten und gleichzeitig die Mücken vertreiben sollen. Die Kunden von Knox kommen aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, Großbritannien, Frankreich, Japan, den USA und Australien. "Zugenommen haben Bestellungen über das Internet. Davon machen zum Beispiel Privatpersonen aus Ungarn und Neuseeland Gebrauch", erzählt Marion Koch, die zusammen mit einem Designer auch fünf neue Räucherhäuschen entwickelt hat. Neben Brennerei-, Lichter-, Wald-, Winter- und Gartenhäusel gibt es natürlich auch ein Knoxhäusel, aus dem der Rauch aufsteigt.

Zum dritten Mal nahmen in diesem Jahr Mitarbeiter der Firma in Dresden am Stollenumzug teil. "Dabei tragen wir Kleidung des Mittelalters und schieben einen alten, zweirädrigen Tafelwagen, der auf die Tradition von Apotheker Hermann Zwetz aufmerksam macht", erzählt Marion Koch. Die Geschichte des Apothekers geht bis 1865 zurück und kann im firmeneigenen Museum anschaulich nachvollzogen werden. Bilder erinnern an die einstige Räucherkerzenherstellung, und in den Vitrinen ist noch so mache Verpackung mit Inhalt aus vergangenen Jahrzehnten zu sehen.

"Je älter die Räucherkerzen werden, umso besser sind sie", weiß die Fachfrau, die selbst schon über 20Jahre alte Exemplare ausprobiert und für gut befunden hat.

 
erschienen am 21.12.2010 ( Von Rolf Rudolph )
 
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