Gärtnermeister Helmut Bimberg kontrollierte am Donnerstag mittels Messgerät den Nährstoffpegel bei getopften Stiefmütterchen.
Foto: Rolf Rudolph
Langer Winter macht Gärtnerei zu schaffen
Helmut Bimberg rechnet mit bis zu 50 Prozent mehr Heizkosten - Stiefmütterchen müssen im Zelt ausharren
Freiberg. Freiberg. Der lang anhaltende Winter ist auch für den Freiberger Gärtnermeister Helmut Bimberg ungewöhnlich. Obwohl die Heizung für die rund 1000 Quadratmeter Anbaufläche unter Glas automatisch gesteuert wird, hat der 63-Jährige auch Donnerstagnacht Kontrollgänge unternommen. "Bei den 10.000 Stiefmütterchen im Folie-Zelt muss ich aufpassen, dass die äußeren Reihen nicht den steigenden Nachtfrösten zum Opfer fallen", sagt Bimberg, der versucht die Temperatur zwischen null und plus fünf Grad Celsius zu halten.
Hat der Freiberger Gärtner in einem durchschnittlichen Jahr um die 50.000 Liter Heizöl verbraucht, rechnet er jetzt mit einer Steigerung des Verbrauchs von bis zu 50 Prozent. Dies hänge natürlich auch vom Verlauf des weiteren Jahres ab. Um Kosten zu sparen, reduziert der Fachmann nachts die Kältestrahlung von den Gewächshausdächern durch Jalousien aus speziellem Aluminiumgewebe. "Die Seitenwände der Gewächshäuser haben wir zusätzlich mit Luftpolsterfolie verkleidet, deren Wirkung man sich wie die von einem warmen Mantel vorstellen muss", erläutert der Gärtner. Eine Winterpause gibt es in der Gärtnerei nicht. Noch vor Weihnachten sind die Stecklinge für Pelargonien in die Töpfe gekommen. Ausgesät haben die Mitarbeiter zudem Sommerblumen und das Saatgut für Kohlrabi und Salat.
"Die Salatpflanzen sind inzwischen verkaufsfertig und ein ganz eiliger Hobbygärtner hat bereits Pflänzchen gekauft", verrät Helmut Bimberg, der weiterhin auf die Pflanzenanzucht in Freiberg setzt, um Arbeitsplätze zu erhalten. In der Gärtnerei werden auch Tomaten-, Paprika- und Gurkenpflanzen herangezogen.


