Nasser Sommer schreckt Käfer ab
Mittelsachsens Kreisräte besichtigen Zellwald bei Großschirma -Förster setzen auf Laubbäume
Großschirma. Großschirma. Der feuchte Sommer hat die Wälder Mittelsachsens durchatmen lassen. Die Bäume des Zellwaldes sind kaum von Schädlingen wie dem Borkenkäfer befallen. Darüber informierte Ulrich Lange, Referatsleiter der Unteren Forst- und Jagdbehörde im Landratsamt Mittelsachsen, die Kreisräte auf einem Rundgang durch den Zellwald.
Neben den Insekten setzen auch Pilze den Bäumen zu. Diese befallen vor allem Eschen. "Die Triebe sterben ab. Da es keine Möglichkeit der Behandlung gibt, bauen wir diese Art kaum noch nach", erklärt Lange.
Die Revierförster setzen in und um Mittelsachsen vermehrt auf die Anpflanzung von Laubbäumen. Dies ist möglich, da der Holzbedarf tendenziell abnimmt. So können nun auch die langsam wachsenden Arten nachgepflanzt werden. Nadelbäume sind in der Region mit einem Anteil von knapp 70 Prozent dennoch dominierend. Die Revierförster pflanzen im Zellwald allein 2010 auf einem halben Hektar Stieleichen und Hainbuchen neu. Aber auch weitere Laubbäume sowie Kiefern, Fichten, Lärchen und die Weißtanne werden angebaut. Pro Jahr "wachsen" im Zellwald elf Kubikmeter Holz nach - nur sechs davon nutzt der Mensch. Die ältesten Bäume auf dem 2300 Hektar großen Areal haben etwa 170 Jahre auf dem Buckel.
Der Zellwald ist auch Jagdgebiet. Wer einen Schein und eine Genehmigung des Forstbezirkes Chemnitz hat, schießt Reh- und Schwarzwild. "So halten wir die Populationen im Gleichgewicht. Dies ist notwendig, da zum Beispiel Rehe keine natürlichen Feinde in unseren Wäldern haben. Wenngleich der Mensch viel für den Erhalt der Wälder unternimmt, braucht die Natur uns nicht. "Gebe es den Menschen nicht, würde sich unser Kreis wieder zu einer Art Urwald entwickeln", schildert Lange. Mit der Kreisreform ist dem Landkreis Mittelsachsen eine wichtige Aufgabe übertragen worden: Der Freistaat legte die Pflege und den Erhalt des Forstbestandes größtenteils in kommunale Hände.


