Spielzeugmacherin Andrea Riegel verpackt ein "Starbike", den "Mercedes" unter den Rollern aus der Friedebacher Firma Holz-Wenzel. Foto: Eckardt Mildner
Rollern wie zu Tante Marthas Zeiten
Der Krise zum Trotz: Firma Holz-Wenzel aus Friedebach setzt auf Tradition, Nach-Vorn-Denken und gute Mitarbeiter
Friedebach. Friedebach. Bei Holz-Wenzel in Friedebach kommt man ganz schön gestelzt daher. Das liegt aber nicht daran, dass die Erzgebirger jetzt Höhe bekommen haben. Stelzen sind vielmehr der Renner in dem 15-Mann-Betrieb, der in diesem Jahr sein 114-jähriges Bestehen feiert. "Stelzen gehen wie verrückt", sagt Firmenchef Bernd Wenzel.
11.500 Paar des in drei Größen gefertigten altertümlichen Spielgeräts gingen im vergangenen Jahr hinaus in die Welt. Nicht nur in deutschen Landen, auch in Holland, Belgien, der Schweiz, Österreich und Frankreich freuen sich Kinder an den schlichten, einfachen und gerade deshalb schönen Dingen zum Spielen aus dem Erzgebirge. Welcher Betrieb erhält schon so viel Dankes-Post von begeisterten Eltern samt Fotos, die ihren Sprössling stolz auf einem der Dreiräder oder Holzroller von Holz-Wenzel zeigen?
"Wir bauen was Schönes, was außerdem noch für die Bewegung gut ist", sagt Bernd Wenzel und freut sich, wenn Kinder seine Produkte sofort in Beschlag nehmen. 1896 hat sein Großvater Julius Wenzel die Friedebacher Niedermühle, eine Brettmühle, gekauft. 1943 übernahm sein Vater Kurt das Sägewerk. Derweil fertigte Tante Martha Wenzel im Oberdorf Holzspielwaren. Der gelernte Spielwarenhersteller Bernd Wenzel, der mit seiner Frau Birgit 1993 das Sägewerk vom Vater übernahm, vereinte schließlich beide Betriebe: 1996 weihte er ein für rund 4,6 Millionen D-Mark neu gebautes Sägewerk ein. Rund 10.000 Festmeter Holz, meist aus Wäldern der Umgebung, werden dort jährlich geschnitten und getrocknet - vor allem Bauholz für Zimmereien, Baubetriebe und für Privatleute.


