Entwurf Schulensemble in Sayda So soll das neue Schulensemble in Sayda einmal aussehen.

Foto: Ingenieurbüro Müller

Sayda schlägt neues Schulkapitel auf

Fördermittelbescheid über 4,7 Millionen Euro ist da -Sanierung und Erweiterung der Mittelschule gestartet - Alte Turnhalle bereits Geschichte

Sayda. Sayda. Die Turnhalle an der Mittelschule Sayda ist seit Ende vergangener Woche Geschichte. Mit dem Abriss des Baus aus den 1970er-Jahren wurde in der Erzgebirgsstadt ein neues Kapitel Schulgeschichte aufgeschlagen.

Für rund 6,6 Millionen Euro werden die Bildungsstätte saniert und um einen Anbau erweitert sowie eine neue Sporthalle gebaut. Lange hat Sayda darum gekämpft. Seit 9. Juli herrscht endgültig eitel Sonnenschein in der Kleinstadt auf der Höhe, denn an diesem Tag traf der Fördermittelbescheid über rund 4,7 Millionen Euro ein. Damit konnten die vom Stadtrat bereits im Juni vergebenen Aufträge nun auch ausgelöst werden. Von 30 Lasen sind über eine beschränkte Ausschreibung bisher zwölf vergeben. Sie verkörpern einen Gesamtumfang rund drei Millionen Euro.

Hoffen auf einen nicht allzu frühen Winter

In dieser Woche werden die Fläche und die Bauzufahrt für das seit der Wende größte Bauvorhaben der Stadt vorbereitet, Anfang August beginnen die Gründungsarbeiten für Turnhalle und Anbau. Wie Saydas Bürgermeister Volker Krönert (CDU) informiert, sollen beide Gebäudeteile vor dem Winter, der hoffentlich nicht zu zeitig kommt, unter Dach sein.

Der Anbau soll bis März, die Turnhalle bis Mai 2011 fertig sein, um zur Verfügung zu stehen, wenn es danach an die Sanierung des 1977 erbauten Hauptgebäudes geht. Für den Sportunterricht können die Saydaer Mittelschüler während des Turnhallenbaus die Hallen in den Nachbardörfern Neuhausen und Heidersdorf nutzen, wofür Krönert den Verantwortlichen in beiden Orten sehr dankbar ist.

Der Unterricht sei so gelegt worden, dass die 330 Saydaer Mittelschüler - allein 66 davon in drei fünften Klassen - mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren können.

Die Halle ist zudem wettkampftauglich ausgelegt, wovon sich der Bürgermeister auch eine überregionale Ausstrahlung verspricht. "Die neue Schule samt Turnhalle ist ein echtes Gemeinschaftswerk. Wir haben in die Gestaltung viele mit einbezogen", sagt Krönert. Allerdings musste die Stadt auf Zuschauertribünen verzichten, da die nicht gefördert werden.

"Wir können die Halle damit aber nachrüsten, wenn wir das Geld dafür haben", hofft er, dass das nicht allzu lange dauern muss. Über ein zusätzliches "Schmankerl" konnte er sich bereits freuen: Die Sächsische Aufbaubank stellte über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) 30.000 Euro zusätzlich für die Ausstattung bei den Ganztagsangeboten zur Verfügung.

In die Gestaltung viele mit einbezogen

Ziel ist es, die Arbeiten bis Dezember 2011 abzuschließen. Schüler und Lehrer lernen und lehren dann in einer modernen, zweckmäßigen Schule, die ihnen endlich auch genügend Platz bietet. So entstehen im halbrunden Anbau an der westlichen Stirnseite des Haupthauses acht neue Klassen- plus Vorbereitungszimmer.

So haben hier künftig ein Informatikraum, ein Raum zur Arbeit mit Laptops, Fachkabinette für Geschichte, Geografie, Technik und Hauswirtschaft sowie in der oberen vierten Etage ein ordentlich schallisolierter Musikraum und ein Kunstraum ihre Heimstatt. Ein Fahrstuhl macht auch körperbehinderten Kindern das Lernen in Sayda möglich. Ebenso ist eine zweite Fluchtreppe integriert.

Im Haupthaus wird es künftig 14 Klassenräume geben. Dazu einige kleinere Gruppenräume und für die Pädagogen endlich ein ordentliches, rund 30 Quadratmeter großes Lehrerzimmer. Sie haben sich aus Raummangel bisher - freiwillig -auf rund zehn Quadratmetern eines Kopierraumes gedrängelt.

In der neuen Zwei-Feld-Turnhalle können künftig zwei Klassen zeitgleich Sportunterricht erhalten, immerhin stehen insgesamt 56 Sportstunden pro Woche auf dem Stundenplan. Die Halle bietet die Möglichkeit für viele Spielsportarten von Badminton bis Volleyball, vier statt bisher zwei Umkleideräume und zeitgemäße Sanitäranlagen. Da sie mit einer Wärmerückgewinnungsanlage ausgerüstet wird, sinkt der Wärmebedarf um die Hälfte des bisherigen, und das trotz etwa zweieinhalbfachen Volumens.

 
erschienen am 26.07.2010 ( Von Gudrun Frohmader )
 
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