Noch herrscht Winterruhe an der Opal-Gasleitung in der Region, wie hier bei Naundorf. Bald sollen die Arbeiten weitergehen.
Foto: Foto-Böhme/Detlev Müller
Schnelles Internet im Schlepptau von Opal
Wingas-Gruppe legt parallel zur Erdgastrasse Glasfaserkabel für schnellen Datentransfer und bietet freie Kapazitäten für Telekommunikation an
Freiberg.
Freiberg. Mit dem Bau der Opal-Erdgasleitung durch Mittelsachsen könnte sich eine bisher ungeahnte Möglichkeit für das schnelle Internet eröffnen. Denn die Wingas-Gruppe verlegt direkt neben der Opal-Leitung neue Lichtwellenleiter-Kabel.
"Über einen Teil der Glasfaserkabel werden die Pipeline und der Fluss des Erdgases gesteuert", erklärte Gerhard König, Geschäftsführer von Wingas. "Ein Großteil der zur Verfügung stehenden Kapazitäten können wir jedoch der Telekommunikationsbranche für deren DSL-Service anbieten und somit ländlichen Regionen einen schnellen Anschluss an die weltweiten Datennetze ermöglichen."
So verfüge das bereits bestehende über 2000 Kilometer lange Erdgasleitungssystem von Wingas über eine umfassende Glasfaserstruktur, auf die Telekommunikationsunternehmen bereits zurückgreifen.
Besonders im ländlichen Raum in Mittelsachsen ist das schnelle Internet in vielen Orten ein Problem. Aufgrund der großräumigen Struktur und des teilweise geringen Bedarfs erweist sich gegenwärtig eine DSL-Versorgung für viele Anbieter als nicht lukrativ. Künftig könnte Opal also für nahe der Trasse liegende Orte die Datenautobahn liefern, die Kommunen müssten jedoch die Verbindung zwischen den Knotenpunkten anderer Gasleitungen und den Orten selbst herstellen.
"Wir sind speziell in Sachsen bereits mit Planungsbüros im Gespräch, um Leitungen anzubieten und Anschlussmöglichkeiten abzuklopfen", sagte am Dienstag Nicholas Neu, Pressesprecher von Wingas. Ob sich mit Opal eine neue Möglichkeit für die schnelle Datenübertragung eröffnet, das will zum Beispiel die Gemeinde Bobritzsch prüfen. "Das klingt interessant, denn außer über Funk und Vodafone gibt es bei uns kein schnelles Internet", erklärte Bürgermeister Volker Haupt (CDU).


