Schnelles Internet rückt näher
Landratsamt hilft Städten und Gemeinden beim Ausbau des Breitbandnetzes
Freiberg/Frauenstein. Freiberg/Frauenstein. In Zeiten von hoch auflösendem Internetfernsehen gucken viele Mittelsachsen noch immer in die Röhre: 317 der 466 Ortsteile im Kreis sind nicht mit einem flächendeckenden schnellen Internetzugang verbunden. Das könnte sich nun ändern. Das Landratsamt unterstützt Städte und Gemeinden bei der Planung und Realisierung eines flächendeckenden Breitbandnetzes. Die Kosten dafür fördert die Europäische Union nun mit 90 Prozent.
Die Umsetzung der Pläne könnte bereits im kommenden Jahr gestartet werden. "Wenn die Kommunen ihren Eigenanteil aufbringen, könnten die Ausschreibungen noch Ende des Jahres beginnen", sagt Uwe Hofmann vom Chemnitzer Planungsbüro TKI. Doch das könnte zum Problem werden: Den meisten Kommunen fehlt das Geld. So auch Frauensteins Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos). "Der Ausbau des Netzes im gesamten Stadtgebiet würde insgesamt etwa 3,6 Millionen Euro kosten. Der kommunale Anteil von 360.000 Euro würde uns erschlagen", verdeutlicht er. Ab September bietet Vodafone für Nassau, Frauenstein und Burkersdorf eine alternative Funklösung an. Ein anderer Anbieter ermöglicht in weiteren Stadtgebieten schnelle Internetzugänge. "Das ist für Firmen heute existenziell. Wer keinen schnellen Zugang hat, ist in seiner Existenz bedroht", so Reiner Hentschel. Auch für Familien sei dies vermehrt ein wichtiger Aspekt bei der Wohnungssuche. Frauenstein zählt im Altkreis Freiberg neben Rechenberg-Bienenmühle, Neuhausen und Brand-Erbisdorf zu den Regionen mit besonders geringer Versorgung.
55 von 59 Gemeinden des Kreises sind förderfähig, da dort schnelles Internet meistens Fehlanzeige ist. Ziel ist es, dass in jedem Haushalt 2000 Kilobit anliegen. "Kupferkabel sind noch weit verbreitet. Die Häuser, die zu weit vom Hauptverteiler entfernt sind, haben daher sehr schwache Signale", zeigt Hofmann auf.


