Der Nassauer Jäger Dietmar Giersig hat am Mittwoch zwei hier zu Lande äußerst seltene Marderhunde erlegt.
Foto: Thomas Reibetanz
Selten, aber nicht erwünscht
Nassauer Jäger erlegt zwei Marderhunde - Tiere greifen gefährlich in hiesige Natur ein
Nassau. Nassau. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Fuchs, Waschbär und Dachs. Sie sind in unseren Breitengraden höchst selten. Doch vor wenigen Tagen hat Jäger Dietmar Giersig zwei von ihnen erlegt. Die Rede ist von Marderhunden, einer Tierart, von der wohl nur die wenigsten Mittelsachsen jemals etwas gehört haben.
Marderhunde werden bis zu 65Zentimeter lang, hinzu kommt ein 15 Zentimeter langer Schwanz, der im Gegensatz zu dem des Waschbären nicht farblich geringelt ist. Im Stehen kommt das Tier auf eine Schulterhöhe von bis zu 30Zentimetern. Die zwei von Dietmar Giersig erlegten Tiere haben ein Gewicht von jeweils etwa sieben Kilogramm.
Dass Jäger Giersig die Marderhunde, die mit keinem ihrer zwei Namensgeber wirkliche Ähnlichkeit haben, am Mittwochabend in der Nassauer Flur erlegt hat, ist ihm nicht vorzuwerfen und hat auch nichts mit der Jagd nach seltenen Trophäen zu tun. Vielmehr hat er der hiesigen Natur damit einen Gefallen getan.
Denn Marderhunde sollen laut der Berner Konvention von 1999 (siehe Stichwort) in ihrer Ausbreitung stark kontrolliert werden. Auf Deutsch: Sie sind zum Abschuss frei gegeben. Der Grund dafür ist, dass Marderhunde zu den so genannten Neozoen gehören. Das sind Tiere, die direkt oder indirekt durch die Wirkung des Menschen in andere Gebiete eingeführt worden sind, sich dort fest etabliert haben und sich nun negativ auf die Natur in ihrer neuen Umgebung auswirken - auch, weil sie kaum natürliche Feinde haben.


