Stadtrat stimmt Operation am offenen Herzen zu
Umgestaltung des Obermarktes soll nach dem Bergstadtfest beginnen
Freiberg. Freiberg. Mit einer Operation am offenen Herzen hat FDP-Stadtrat Benjamin Karabinski die Umgestaltung des Freiberger Obermarktes bezeichnet. Die ist seit Donnerstagabend beschlossene Sache. Bis zum Bergstadtfest 2012 soll er fertig sein. Mit einer Stimmenthaltung der Linken-Abgeordneten Jana Pinka, für die die Energiekosten bei der modernen Beleuchtung nicht plausibel genug dargestellt sind, ist das Verwaltungskonzept vom Stadtrat angenommen worden.
Wie bisher werden sechs Lichtmasten, verteilt auf dem Marktplatz, aufgestellt. In Elementen aus Glas soll sich das Sonnenlicht spiegeln. Außerdem lassen farbliche Gestaltungen Reflexionen zu. Mit Bodenstrahlern werden Rathaus und "Otto"-Brunnen beleuchtet. Im Bereich der gepflasterten Sterne, die erhalten werden, sind Wasserspiele vorgesehen. Tiefbauamtsleiter Tom Kunze sprach von 40 Zentimeter hohen Fontänen.
Auch auf Grünbereiche und Sitzecken müssen die künftigen Besucher des Marktes nicht verzichten. Vor den Gebäuden 21 bis 23 sollen künftig Bäume zum Verweilen einladen. Natursteine in verschiedenen Farbvarianten, die an mineralogische kristalline Strukturen erinnern und in verschiedener Höhe angeordnet sind, bieten sich zum Ausruhen an.
An der Giebelseite des Rathauses, wo die im Boden eingelassenen Steine an die Absolventen der Gymnasien der Region erinnern, ist ebenfalls eine grüne Oase geplant. Die Steine aber, beruhigte der Oberbürgermeister besorgte Stadträte, werden an anderer Stelle wieder eingesetzt. Stoßen die Bauleute beim Verlegen der Medien auf die für Freiberg typischen Anzüchte (Abwassersysteme), würden die wenn nötig auch saniert, versprach Kunze. Begonnen wird in diesem Jahr nach dem Bergstadtfest zunächst mit dem Straßenbereich an der Rathausseite. Dann geht es mit dem Bereich vor Edeka und der Westseite weiter.
Erst wenn nach dem Abschluss an der Ratskeller-Seite der Bau auf dem Marktspiegel beginnt, kann dort auch nicht mehr geparkt werden, kündigte Kunze an. Das aber wird erst Mitte 2011 sein. Das Bergstadtfest findet aber nächstes Jahr definitiv nicht auf dem Obermarkt statt. Erst im Oktober soll alles fertig sein, rechtzeitig vor dem Christmarkt. Ein Zeitplan, der auch die Zustimmung der Räte fand.
Für Thomas Mittelstädt (Linke) ist der Obermarkt das Aushängeschild für die Stadt. Die Umgestaltung dürfe deshalb nicht verspielt werden. Es müsse garantiert werden, dass das Geld für den Bau reicht, "auch wenn es der Stadt finanziell wieder schlechter geht".


