Im Bauhof Mittweida können Jens Mehnert, Nico Wieduwilt und Mike Podzimek (v. l.) noch Salz auf den Straßen verteilen.
Foto: Falk Bernhardt
Städte strecken Salz für den Winterdienst
Freiberg räumt nur noch wichtige Straßen und Wege - Flöha droht die Verdoppelung der Kosten
Freiberg . Freiberg. Der lange Winter in Mittelsachsen droht nun Löcher in die Kassen der Kommunen zu reißen. Einige Städte und Gemeinden rationieren deshalb vermehrt den Einsatz von Streusalz. In Flöha beispielsweise bringt der Bauhof generell nur ein Salz-Splitt-Gemisch auf die Straßen. So sollen der Verbrauch gesenkt und die Vorräte gestreckt werden. Die Stadt Freiberg lässt nur noch wichtige Straßen und Gehwege beräumen.
Probleme mit dem hartnäckigen Winter räumt Gunnar Wünsche, Sachgebietsleiter Straßenunterhaltung in Freiberg, ein. Schnee und Eis haben die finanziellen Mittel der Kreisstadt bereits zu zwei Dritteln aufgebraucht. "Daher muss der Winterdienst entweder eingeschränkt oder mehr Geld bereitgestellt werden. Eine Entscheidung steht an", schätzt Wünsche ein.
Der knappe Salzvorrat macht der Stadt ebenfalls zu schaffen, sparen ist angesagt. Lieferschwierigkeiten führen dazu, dass "wir bevorzugt an verkehrswichtigen und gefährlichen Stellen Auftausalz nutzen können", erklärt der Sachgebietsleiter. Daher sollten schlecht oder gar nicht geräumte Straßen gemieden werden. Die Kreisstadt veranlasst aufgrund der hohen Kosten zudem nur in dringenden Fällen den Abtransport der Schneemassen.
Im Vergleich zum vergangenen Winter haben sich die Aufwendungen in der Stadt Flöha bereits jetzt verdoppelt. "Bisher haben wir 100Tonnen Salz und Splitt auf die Straßen gestreut - das entspricht dem Vorrat eines gesamten Winters", informiert Bauhofchef Jürgen Krönert. Halte die Winterperiode noch länger an, sei sogar ein Griff in die Kasse des Winterdienstes für den kommenden Winter nötig. Dies sei dann der Fall, wenn Salz in größeren Mengen nachbestellt werden müsste.


