Während des Rundgangs über den so genannten Grünen Friedhof am Freiberger Dom erfuhren die Teilnehmer Interessantes auch über fast vergessene Grabmale.
Foto: Eckardt Mildner
Steine "erzählen" von einstigen Besuchern Freibergs
Geokompetenzzentrum hat bei Stadtrundgang Geschichte aufleben lassen
Freiberg. Die Steine in Freiberg "erzählen" nicht nur von den Leistungen der Architekten und Ingenieure, sondern auch über Jahrhunderte von den Besuchern Freibergs. Darüber mehr zu erfahren war Ziel der Veranstaltung, zu der das Geokompetenzzentrum unter dem Titel "Steine in der Stadt" am Sonnabend eingeladen hatte.
"Mit der alljährlichen Veranstaltungsreihe, die bundesweit stattfindet, wollen wir vor allem das heimische Rohstoffbewusstsein fördern, denn Landschaft, Baustoffvorkommen und Städte sollten auch weiterhin eine Einheit bilden", begründete Wolfgang Reimer, Geschäftsführer des Geokompetenzzentrums. Es könne kaum das Ziel der modernen Stadtarchitektur sein, aus Stahl und Glas Fassaden zu errichten, die für jede Stadt austauschbar seien und kein individuelles und ortstypisches Stadtbild mehr vermitteln, findet der Fachmann. Im Vortragsraum des Kunsthandwerkerhofs berichtete zunächst Stadtrat Heinrich Douffet (CDU) von den Herrschern und Wissenschaftlern, die Freiberg immer wieder besuchten. Sie kamen zunächst, um die um 1180 entstandene romanische Basilika "Unserer lieben Frauen", den heutigen Dom, mit der 1235 aus Niederschönaer Sandstein geschaffenen Goldenen Pforte zu besichtigen. Herzog Heinrich bestimmte 1505 Freiberg zu seiner Residenz, und die Gruft im Dom wurde um 1650 der Mittelpunkt des Staates.
Die Teilnehmer der Veranstaltung erfuhren, dass die lange Liste der Gäste Freibergs viele klangvolle Namen hat: Kurfürst August, Zar Peter I., Friedrich II. und Napoleon gehören dazu. Ihnen folgten mit Beginn des Bergbaus und der Gründung der Bergakademie 1765 Studenten und Forscher wie Lomonossow, Werner, Winkler, Breithaupt, Moos, Lampadius und andere Prominente bis hin zu Johann Wolfgang von Goethe.
Der nachfolgende Stadtrundgang führte am Sonnabend unter anderem zu dem Areal des ehemaligen Dominikanerklosters an der Prüferstraße. Am Eingang zur Universität erläuterte Reimer die unterschiedlichen Gesteinsarten der Pforte.
Manfred Siegmundt nahm an der Veranstaltung teil. "Ich lebe seit 1957 in Freiberg. Die Stadt- und Bergbaugeschichte ist beachtenswert", sagte er. "Jeder, der bewusst in Freiberg lebt, kann stolz auf die schöne Stadt sein, die auf dem Gebiet der Entwicklung des Bergbaus weltweit einen wichtigen Platz einnimmt", stellte auch Gerhard Haubold fest. Er interessierte sich besonders für die prominenten Gäste.


