Die Harmonie trügt: Manuel Schöbel und Christine Klecker beim Ball.
Foto: Eckardt Mildner
Verliert das Theater künstlerische Köpfe?
Gesellschafter wollen Intendanten des Mittelsächsischen Theaters den Stuhl vor die Tür stellen - Philharmoniechef fürchtet um Imageverlust
Freiberg. Freiberg. Hinter den Kulissen des Mittelsächsischen Theaters brodelt es. Das nicht nur, weil Intendant Manuel Schöbel derzeit den Hexenkessel für seine Faust-Inszenierung vorkocht. Die Botschaft der Gesellschafter des Theaters traf ihn wie ein Schlag ins Gesicht: Sein im Juli 2011 auslaufender Fünf-Jahres-Vertrag wird nicht verlängert. Eine Begründung dafür gibt es nicht. "Es ist legitim, die Stelle neu auszuschreiben", meinte Mitgesellschafter und Oberbürgermeister von Freiberg, Bernd-Erwin Schramm. Über die wahren Hintergründe hüllt er sich in Schweigen.
Inzwischen hat Schöbel und mit ihm die gesamte künstlerische Leitung einen Brief an die Gesellschafter geschrieben, denn er möchte gern bleiben, wie er betont. Das habe er Geschäftsführerin Christine Klecker im Januar gesagt. Rückendeckung von ihr kann er allerdings nicht erwarten. Sie habe kein Mandat von den Gesellschaftern, hieß es. Außerdem sei schon im Sommer 2009 klar gewesen, dass der Vertrag ausläuft, da keine der Seiten wie vereinbart Verhandlungen wollte. Das gestörte Verhältnis beider Köpfe der Theaterleitung ist allerdings schon länger offensichtlich. Bauchschmerzen bereiten Klecker die Besucherzahlen außerhalb Freibergs. Mit einem Plus von 8000 durch Freilichtveranstaltungen hatte sie gerechnet. Gekommen waren in der vergangenen Saison zur Seebühne Kriebstein und zu den Aufführungen bei den Schlossfestspielen in Freiberg nicht einmal die Hälfte. Die Kosten auf der Seebühne seien hingegen explodiert. Das Geld von den Gesellschaftern aber wird nicht mehr. In Summe bleibt es bei etwa sieben Millionen Euro jährlich. Ein neuer Spielplan, der nach Meinung Kleckers besser auf Wünsche der Besucher angepasst ist, soll es in diesem Jahr richten.


