Was hier noch sehr chaotisch aussieht, wird mal ein Indianer-Tipi: Dafür sorgen gerade Ruth, Nadin und "Chef" Lars Schubert (von links) in der Langhennersdorfer Firma Zelte-Max.
Foto: Eckardt Mildner
Zelte für müde Krieger
Sieben-Mann-Betrieb im Oberschönaer Ortsteil fertigt ungewöhnliche Stoffbehausungen und hat schon auf alle Kontinente geliefert
Langhennersdorf. Langhennersdorf. So mancher müde Krieger von Mittelaltervereinen bettet sein Haupt unterm Zeltdach made in Langhennersdorf. Und auch der Wilde Westen fängt in dem Oberschönaer Ortsteil an, denn Wigwams werden ebenfalls dort gefertigt: im Erdgeschoss der alten Schule, die sich seit kurzem dank der neuen Besitzer Anja und Volkmar Zimmermann als ansehnliches Wohnhaus und eben Zeltewerkstatt präsentiert.
Vor etwa einem Jahr hat der gebürtige Langhennersdorfer Lars Schubert die Firma Zelte-Max gegründet. "Um aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen", wie der gelernte Elektriker sagt. Die Arbeit in Sachen Zelte hatte er in einer Freiberger Firma gelernt.
Auf 250 Quadratmetern Werkstattfläche fertigen derzeit sieben Beschäftigte Stoffbehausungen aus allen geschichtlichen Epochen vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit. Fünf Grundtypen sind im Programm. Rund 22.000 laufende Meter Baumwollstoff wurden 2009 vernäht. Das unimprägnierte feste Gewebe wird im bayerischen Hof extra für die Langhennersdorfer Firma gewebt. 30 Meter Stoff sind für ein nach dem Vorbild der nordamerikanischen Sioux-Indianer gefertigtes Tipi von drei Metern Bodendurchmesser nötig. Es setzt sich aus etwa 30 Einzelteilen zusammen. Ein Mittelalterzelt hat nur an die zehn Teile und "schluckt" mit rund zwölf Metern wesentlich weniger Stoff. "Es gibt keinen Kontinent, den wir noch nicht beliefert haben", berichtet Lars Schubert, der 90 Prozent der Geschäfte übers Internet abwickelt, davon wiederum gingen 50 Prozent ins Ausland. Gegen Vorkasse, wie er betont. Zelte aus Langhennersdorf stehen unter anderem in Museen in Großbritannien und den USA, in Hotelanlagen auf den Kanaren, in Freizeitanlagen und bei Privatleuten in Kanada, Argentinien, Brasilien, Japan sowie Australien.


