Anlässlich der Gründungsveranstaltung wurden der jüngsten Abteilung der Striegistaler Feuerwehr mehrere Spenden übergeben.
Foto: Thomas Kretschmann
19 Kinder sorgen jetzt für Feuerwehrnachwuchs
Striegistal hat seit dem Wochenende eine Bambini-Feuerwehr
Striegistal/Etzdorf. Striegistal/Etzdorf. Mit einem solchen Erfolg haben die Initiatoren der ersten Striegistaler Bambini-Feuerwehr nicht gerechnet. Insgesamt 19 Kinder im Alter zwischen drei und sieben Jahren waren am Samstag zur offiziellen Gründungsveranstaltung ins Etzdorfer Gemeindeamt gekommen.
"Und alles nur durch Mundpropaganda. Natürlich sind wir absolut überrascht, wie gut das Projekt angenommen wird. 19 Kinder - das ist eine beachtliche Zahl. Mit unseren derzeit neun Betreuern können wir maximal 25 Kinder in die Bambini-Feuerwehr aufnehmen. Somit sind wir schon jetzt fast an der Kapazitätsgrenze angelangt", sagte Frank Kiesel, der neben der Jugendfeuerwehr nun auch die Bambinis betreut. Die kleinen Feuerwehrleute hatten an den vergangenen Wochenenden bereits drei Probedienste absolviert und werden sich künftig alle zwei Wochen, jeweils samstags von 10 bis 12 Uhr, am Gemeindeamt in Etzdorf treffen. Die Striegistaler Kindergruppe ist mittlerweile die 13. ihrer Art im Landkreis Mittelsachsen. Vielerorts nennt sich die Nachwuchstruppe auch "Löschzwerge".
Laut Kiesel zählt die Striegistaler Bambini-Wehr vermutlich zu denen mit dem geringsten Eintrittsalter. "Oftmals werden die Kinder erst mit fünf oder sechs Jahren aufgenommen. Wir beginnen bereits mit drei Jahren, da wir gerade in dieser Altersgruppe sehr viele Kinder haben", sagte Kiesel, der anlässlich der Gründungsveranstaltung von Gemeindewehrleiter Norbert Fiedler trotz aller Euphorie auch auf die Gefahren hingewiesen wurde.
"Rein rechtlich befinden wir uns derzeit noch in einer Grauzone. Denn das gesetzliche Mindesteintrittsalter für die Feuerwehr beträgt acht Jahre. Erst dann sind die Mitglieder auch unfallversichert. Zwar darf es Ausnahmen geben, aber bei 19 Kindern wird die Versicherung im Schadensfall sicher nicht mehr von einer Ausnahme sprechen", so Fiedler. Er riet den Betreuern, Gefahrenquellen wie das Besteigen von Feuerwehrfahrzeugen zu vermeiden. Frank Kiesel konnte die Bedenken des Gemeindewehrleiters ein Stück weit relativieren. So sei ein Aufnahmekriterium, dass die Eltern für ihre Kinder über eine private Unfallversicherung verfügen. Zudem habe die Gemeinde Striegistal selbst für die Bambinis eine Unfallversicherung abgeschlossen.
"Norbert Fiedler ist sehr vorsichtig. Aber man muss ihm wirklich zugutehalten, dass er einer der ersten war, der das Projekt offiziell unterstützte. An anderer Stelle erhielten wir da weitaus weniger Rückendeckung", erklärte Kiesel mit Verweis darauf, dass die Ortswehrleiter von Naundorf und Arnsdorf gegen die Gründung einer Bambini-Feuerwehr gestimmt hatten, obwohl nunmehr auch aus diesen Ortsteilen Kinder an der Bambini-Wehr teilnehmen. Das nächste Treffen findet am Samstag ab 10 Uhr am Gemeindeamt Etzdorf statt. Weitere Interessenten im Alter von drei bis sieben Jahren sind willkommen.

