37 Grad Celsius zeigte am Mittwoch am frühen Nachmittag die Fotovoltaikanlage an der Poststraße in Mittweida an.
Foto: Falk Bernhardt
37 Grad und es wird noch heißer
Bisher wärmster Juli seit 50 Jahren in Mittelsachsen - Mehr Arbeit für Notfallaufnahmen
Hainichen. Hainichen. 37 Grad und vielleicht noch heißer. Die Hitze hat die Mittelsachsen im Griff. "Es ist der wärmste Juli seit 50 Jahren - bisher ", sagt Manfred Tietz. Noch bleiben ein paar Tage, in denen es kühler werden könnte. Wenngleich, so weiß er, die Meteorologen auch im August mit heißen Temperaturen rechnen.
Seit 50 Jahren ist der Frankensteiner Wetterbeobachter, notiert akribisch, wie viel Niederschlag fällt, wie lange die Sonne am Tag scheint. Und so weiß er: Ein ähnlich warmer Juli liegt noch gar nicht so lange zurück. Das Temperaturmittel lag damals bei 22,1 Grad Celsius. Für die ersten beiden Juli-Dekaden des Juli dieses Jahres sind es 22,2 Grad Celsius. Das Monatsmittel liegt normalerweise rund um Frankenstein in rund 400 Metern Höhe bei 17,3Grad Celsius.
Auch wenn die Städte im Altkreis Mittweida etwas niedriger liegen, dürften die Temperaturunterschiede nicht deutlich abweichen. Und so haben am bisher heißesten Tag, dem 12. Juli mit 35Grad Celsius, die Rochlitzer wohl genauso geschwitzt wie die Frankenberger. Bis Dienstag bescherte der Monat 14Sommertage (25 Grad Celsius und mehr) sowie acht heiße Tage, an denen die Quecksilbersäule am Thermometer 30 Grad und mehr anzeigte.
Nicht jedem bekommt die Hitze. In den Notfallaufnahmen der Krankenhäuser in Mittweida und Rochlitz beanspruchen mehr Menschen als sonst die Hilfe der Ärzte und Schwestern. "Es sind vor allem Ältere mit Kreislaufproblemen und Austrocknungserscheinungen durch Flüssigkeitsmangel, aber auch jüngere Leute, die in der Sonne arbeiten müssen, etwa Bauarbeiter", sagt Ines Schreiber, Pressesprecherin der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH.
Ob die Hitze besonders angriffslustig macht, wird wohl den Insekten nicht nachzuweisen sein. Aber in beiden Krankenhäusern melden sich auffällig mehr Leute mit Insektenstichen. "Vor allem am vergangenen Wochenende gab es reichlich Fälle davon in Mittweida", sagt Ines Schreiber. Sonderschichten muss das medizinische Personal noch nicht fahren.
Eingefleischten Kraftfahrern hingegen scheint flimmernder Asphalt jetzt keine Konzentrationsprobleme mehr zu bescheren. "Bei der ersten Hitzeattacke ist die Zahl der Verkehrsunfälle leicht angestiegen. Jetzt läuft alles wie an kühleren Tagen auch", sagt Thomas Knabe, Pressesprecher bei der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge.
Hitze macht aggressiv. Diese Erfahrung macht gegenwärtig zumindest Andreas Quegwer. Zwischen 900 und 1200 Besucher zählt der Schwimmmeister pro Tag im Freibad Rochlitz. "Und die wollen alle ins Wasser und dort auch noch viel Platz zum Schwimmen haben", sagt er. Da fliegen schon mal unflätige Worte durch die Luft. Die hatte sich am Mittwoch um 16 Uhr laut Wetterstation des Wasserzweckverbandes übrigens bis auf 33 Grad in Rochlitz und 30,6 Grad in Hainichen erhitzt.


