Imbiss an der Kriebsteintalsperre Seit Jahren kritisieren Besucher des Naherholungsgebietes den Zustand des Imbissbereichs gegenüber der Freilichtbühne. Zwar erhielt die Fassade einen neuen Anstrich. Doch der Zweckverband Kriebsteintalsperre will gemeinsam mit den Partnern noch einiges verändern.

Foto: Falk Bernhardt

DDR-Flair an der Imbiss-Strecke

An der Kriebsteintalsperre hat die Saison begonnen

Kriebstein. Kriebstein. Die Freilichtbühne ist neu, zurzeit werden Straßen gebaut, die Seebühne macht sich spielbereit, auch Kletterwald und "Kriebelland" sind gerüstet - doch seit Jahren stören sich Touristen am Zustand der Imbiss-Strecke im Besucherbereich des Naherholungsgebietes in Kriebstein. Eigentümer Ludwig Hörnlein, dem neben dem Restaurant "Seeterrassen" auch der Imbiss-Komplex gehört, hat jetzt Schritte der Veränderung angekündigt.

"An einigen Stellen hatten sich die Betonplatten gehoben. Das haben wir begradigt, damit davon keine Unfallgefahr mehr ausgeht", sagt Hörnlein, der zugleich Chef des Brauhauses Hartmannsdorf ist. Auch sollen Stühle und Sonnenschirme ausgewechselt werden. Und im Zuge der Pflasterarbeiten werde das Unternehmen das Gelände mit gestalten. Nicht zu übersehen: Die Fassade erhielt einen neuen Farbanstrich.

Thomas Waldheim, Geschäftsführer des Talsperrenzweckverbandes, wünscht sich, dass diese etwas ostalgisch anmutende Imbiss-Strecke zeitgemäß verändert wird. "Denn ich sehe gerade bei der Gestaltung dieses speziellen gastronomischen Bereiches noch viele Potenziale", sagt er. Ein Abriss und Neubau sei in der derzeitigen Phase utopisch, das sieht Waldheim schon ein. Doch bei der "architektonischen Gestaltung der Ausschankfenster" könnte man seiner Meinung nach noch etwas tun, damit der Komplex insgesamt etwas moderner wirkt, drückt Waldheim es moderat aus. Auch die Wartezeiten in der Gastronomie seien zu lang, wie von Besuchern immer wieder bemängelt wurde. "Die Kritiken landen stets auf meinem Tisch, da die Leute denken, der Zweckverband ist dafür verantwortlich", will er klarstellen.

Auch die Gehwegplatten vor dem Imbisskomplex müssten erneuert werden, ebenso die Rabatte. Waldheim ist bewusst, dass dies vor allem auch eine Frage des Geldes ist. "Aber ich gehe davon aus, dass jeder, der etwas tun möchte für den Tourismus im Naherholungsgebiet, auch mitziehen wird. Wir planen, im kommenden Jahr die Talsperrensaison zu verlängern. Das Gebiet wird weiter an Attraktivität gewinnen, die Zugkraft wird erhöht. Da brauchen wir jeden als Partner", sagt Waldheim. Schon mehrfach habe er die Bemerkung gehört: "Wenn man eine Kulisse für einen DDR-Film braucht, muss man an die Talsperre Kriebstein gehen." Dieses Image wolle er gemeinsam mit allen Partnern ändern.

 
erschienen am 05.04.2011 ( Von Uwe Lemke )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 06.04.2011
    08:43 Uhr

    Deluxe: Es gibt wohl entlang der Talsperre Wichtigeres, als die letzten verbliebenen Reste von DDR-Architektur aus falsch verstandenem Ehrgeiz zu beseitigen. Daß die Imbißwartezeiten manchmal etwas lang sind, ist sicher unangenehm. Mehr aber auch nicht. In Erinnerung an "alte Zeiten" kann man das auch mit einem Schmunzeln akzeptieren. Schließlich paßt es zum Gebäude.
    Statt Geld in eine "Modernisierung" aus ideologischen Gründen zu investieren, hätte ich andere Vorschläge:
    Bau eines vernünftigen Anlegestegs für private Boote im Bereich des Kriebsteiner Hafens. Es ist derzeit nicht möglich, auf Bootstour dort eine Pause einzulegen um etwas Geld am Imbiß zu lassen.
    Oder wie wäre es, endlich Investoren für die ruinöse Lochmühle oder das Restaurant Seeblick in Falkenhain aufzutreiben, um diese Schandflecke in Ordnung zu bringen?
    Oder endlich nach Jahrzehnten den Wanderweg auf der Mauerkrone zu öffnen, um den Rundweg zu schließen?
    Daß damit weder Zweckverband noch Gaststättenbetreiber etwas zu tun haben, ist klar. Dennoch wären diese Dinge alemal wichtiger, als einen Imbiß umzubauen, nur weil er aus der DDR stammt.
    Ich stamme auch aus der DDR und gehe trotzdem nicht zum Schönheitschirurgen, um mir ein neues Gesicht machen zu lassen.

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