Der Bahnhofsvorplatz in Mittweida soll umgebaut werden.
Foto: Falk Bernhardt
Ein Rendezvous mit Bus und Bahn
Reise nach Mittweida soll angenehmer werden
Mittweida. Der Bahnhofsvorplatz in Mittweida ist trist. Wenig einladend für Reisende, der Großen Kreisstadt einen Besuch abzustatten. Doch in den nächsten Jahren soll sich das grundlegend ändern. Millionen will die Stadt in die Hand nehmen, um dem Platz ein völlig neues Gesicht zu geben.
Warten auf Fördergeld
"Nach ersten Schätzungen wird der Umbau 2,1 Millionen Euro kosten", sagt Sebastian Killisch, Fachbereichsleiter Bau und Ordnung im Rathaus. 75 Prozent der Summe könnten aus Fördertöpfen kommen. Im Rathaus hofft man, dass diese Zusage im nächsten Jahr eintreffen wird. Dann könnte mit dem Umbau des Platzes begonnen werden. Das Chemnitzer Modell macht dies möglich, aber auch erforderlich.
"Wir müssen den Stadtverkehr umgestalten und auf das Chemnitzer Modell ausrichten", sagt Geschäftsführer Michael Tanne. Dazu gehört zunächst die bauliche Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Dort sollen zwei Stadtbushaltestellen entstehen, genau gegenüber dem Gleis, wo später einmal der Zug aus Chemnitz ankommt. Ein sogenannter Tür-an-Tür-Umstieg vom Zug in den Bus wie derzeit schon in Burgstädt Realität, soll es später einmal auch in Mittweida geben - barrierefrei und behindertengerecht. Ebenso entsteht ein Parkplatz für Autos und Fahrräder. Inwieweit das Bahnhofsgebäude in die Neugestaltung des Platzes einbezogen werden kann, ist derzeit offen. Der Eigentümer des Hauses sitzt in London.
Das Chemnitzer Modell bietet jetzt schon durch die Verknüpfung von Straßenbahn- und Eisenbahngleisen umsteigefreie Verbindungen zwischen der City von Chemnitz und dem Umland. Das soll auf Mittweida und Hainichen ausgeweitet werden. Einsteigen an der Zentralhaltestelle in Chemnitz - über den Hauptbahnhof nach Mittweida oder Hainichen. Und das alles im Stundentakt. Hainichen hat gegenüber Mittweida schon Vorteile: Die bereits ausgebaute Schnittstelle zwischen Bus und Bahn liegt relativ zentral in der Stadt. Und die City-Bahn lässt ihre Züge von Chemnitz an den Werktagen im Stundentakt rollen. In Mittweida ist das noch nicht der Fall. Doch für den wollen Stadtverwaltung und die Regiobus Mittelsachsen GmbH gerüstet sein.
Keine langen Wartezeiten
Eine weitere Herausforderung, der sich das Verkehrsunternehmen stellen muss, ist die völlige Neuausrichtung des Stadtverkehrs. Die Busse müssen nicht nur bei der Ankunft der Züge parat stehen, um Wartezeiten schrumpfen zu lassen. "Die Fahrgäste sollen auch schnell an ihr Ziel kommen, egal wo in der Stadt", sagt Tanne. Im Stadtzentrum soll es deshalb ein "Rendezvous" geben - eine Umsteigebeziehung in alle Richtungen an einer zentralen Haltestelle. Doch der exakte Fahrplan kann erst erstellt werden, wenn die Bahn ihren vorstellt. Doch im Verkehrsverbund Mittelsachsen, zu dem auch Regiobus gehört, sollte das gelingen.


