Das Jugendblasorchester Görlitz spielte im Feuerwehr-Festumzug.
Foto: Falk Bernhardt
Frankenberg gibt den Ton an
20.000 Besucher und 2000 Musiker machen den Ort an der Zschopau zur Blasmusikhauptstadt Sachsens
Frankenberg. Mit 2000 Musikern aus 56 Orchestern ist Frankenberg am Wochenende zur Blasmusikhauptstadt Sachsens geworden. Zur großen Sause mit Feuerwehr-Jubiläum, Stadtfete und dem 6. Landesblasmusikfest strömten mehr als 20.000 Besucher in die Kleinstadt und erlebten ein facettenreiches musikalisches Programm. Beim großen Finale griff am Sonntagnachmittag auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zum Taktstock, als sich rund 450 junge Musiker zum Gemeinschaftskonzert sächsischer Kinder- und Nachwuchsorchester auf dem Marktplatz versammelten.
"Feuerwehr, Stadtmarketing und die Musiker: Alle fühlten sich wohl und sind mit dem Verlauf des Festes mehr als zufrieden", resümierte Gunnar Heinz von der Stadtmarketing-Gesellschaft. Und auch die vielen Gäste jeden Alters ließen keinen Zweifel daran, dass sie Gefallen an der Großveranstaltung fanden.
Mix von AD/DC bis Volksmusik
Vieler Worte bedurfte es nicht, der Begeisterung wurde anderweitig Ausdruck verliehen: Mähnen schütteln beim Rock-Konzert mit der AC/DC-Coverband, rhythmisches Klatschen und Fußwippen bei zünftiger Volksmusik, Zugabe-Rufe nach gelungenen Konzerten, spontane Tanzeinlagen und viele glückliche Gesichter. Open-Air-Programm gab es auf vier Bühnen zwischen Marktplatz und Friedenspark, dazu kamen Stadtpark-Saal und Viehwegschule. Gut besucht waren alle Spielorte vor allem an den Abenden. Wer überall vorbeischaute, musste feststellen: Blasmusik ist nicht gleich Blasmusik.
Gute Stimmung verbreitete etwa die tschechische North Big Band aus Litvinov auf dem Kirchplatz. Die Spielfreunde der Musiker steckte das Publikum an und lockte Mitglieder des Landesjugendblasorchesters zur Bühne. Gegen eine gemeinsame, spontane Jam Session hatte Dirigent Jaroslav Sochor nichts einzuwenden.
Musiker sind eine große Familie
Musik verbindet. Und die Musiker sind eine große Familie. Manche wechselten nach ihrem Auftritt die Kleidung, um wenig später in einem anderen Ensemble zu spielen. Die Crazy Monkeys vom Blasmusikverein Meerane bewiesen: Swing, Jazz, Volksmusik, Filmmusik, Rock und Klassik - nahezu alles lässt sich mit Holz- und Blechbläsern umsetzen. In der voll besetzten Stadtkirche lieferte die Jenaer Brass-Band Blechklang einen brillanten Auftritt. Musiker sammelten für ein Röhrenglockenspiel, das die Jenaer mit auf die Bühne bringen wollen. Viele Konzertbesucher griffen in die Geldbörse.
"Kein Grund sich zu schämen"
Das Jugendblasorchester Thum aus der Gründungsstadt des Sächsischen Blasmusikverbandes gilt derzeit als Sachsens führendes Amateurorchester. In Frankenberg stellten sich die Erzgebirger mit einem bunten Mix vor - von "Böhmischer Traum", dem derzeit angesagtesten Marsch in der klassischen Blasmusik, bis zu James-Bond-Filmmusik und Deep Purple.
"Verein und Musikschule arbeiten seit Jahren eng zusammen. Die Musiker werden von Profis angeleitet. Sie arbeiten viel - dazu gehören Probenwochenenden. Außerdem werden wir von den Eltern der Musiker enorm unterstützt", erklärte Co-Dirigent Robin Kürschner den Erfolg der Truppe. Er meint: "Zu einem guten Unterhaltungskonzert gehört auch klassische Blasmusik wie Marsch und Polka. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. Es gibt keine schlechte Blasmusik, sondern nur schlecht gespielte Blasmusik."Seiten 6/10: Berichte


