Oberarzt Hansjörg Oehmig nimmt in Leisnig eine Belastungsuntersuchung vor.
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Leisniger Klinik veröffentlicht Todesraten
Helios Krankenhaus gibt Ergebnisse der Qualitätssicherung bekannt
Leisnig/Mittweida. Leisnig/Mittweida. Wer einen Herzinfarkt erlitten hat, befindet sich im Helios- Krankenhaus Leisnig in guten Händen. Das zumindest besagen die Ergebnisse einer Studie der Initiative Qualitätsmedizin (IQM). Dieser gehören neben der Leisniger Klinik 131 Krankenhäuser in Deutschland und der Schweiz an.
Beim Krankheitsbild Herzinfarkt betrug die Sterblichkeit der Patienten in Leisnig im vergangenen Jahr 6,3Prozent. Vier von 64 Patienten starben. "Das ist weit unter dem Durchschnittswert von neun Prozent aller IQM-Mitglieder", sagte Ines Kläffling, Pressesprecherin der Helios-Kliniken. Auch bei Patienten mit Herzinsuffizienz liege die Todesrate mit vier Prozent deutlich unter dem Durchschnitt (7,7Prozent). Das spricht Ines Kläffling zufolge für "hervorragende medizinische Qualität".
Zugleich verwies die Kliniksprecherin auf gute Behandlungserfolge bei Schlaganfallpatienten. Die Sterblichkeitsrate von 6,6 Prozent (8von 122 Patienten) liegt den Angaben zufolge deutlich unter dem Durchschnittswert aller untersuchten Kliniken.
Eine relative Schwachstelle scheint allerdings die Behandlung von Patienten mit Blutvergiftung zu sein. Laut Studie starben 33 der 131Menschen, die im vergangenen Jahr mit einer Sepsis in das Leisniger Krankenhaus eingeliefert wurden. Das sind 25,2Prozent.
Der Durchschnittswert der geprüften 132 Krankenhäuser liegt darunter - bei 21,3 Prozent. "Die Sterblichkeit an Sepsis hängt vom Zustand des Patienten beim Aufsuchen des Krankenhauses ab", zeigte Kläffling auf. Zugleich versicherte sie: "Wir nehmen dieses Ergebnis aber zum Anlass, unsere Behandlungsabläufe zu überprüfen."
Das Leisniger Krankenhaus ist derzeit die einzige Klinik in Mittelsachsen, die die Todesraten veröffentlicht. Im vergangenen Jahr hat das Krankenhaus, das zur Helios-Gruppe gehört, diese zum ersten Mal bekannt gegeben.
Stephan Lazarides hält gar nichts von der Veröffentlichung der Zahlen. "Ich bezweifle deren Aussagekraft", sagte der Geschäftsführer der Diakomed Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land gGmbH in Hartmannsdorf. "Die Zahlen sagen alles und nichts. Die Schicksale und Probleme, die dahinter stehen, bleiben verborgen." Die Hartmannsdorfer Klinik veröffentliche zwar alle zwei Jahre ihren Qualitätsbericht, dieser enthalte aber keine Angaben zur Sterblichkeit. "Dazu sind die Kliniken nicht gesetzlich verpflichtet", betonte Lazarides.
Auch das Kreiskrankenhaus Freiberg verzichtet in seinem Qualitätsbericht 2010, der noch nicht erschienen ist, auf die Veröffentlichung von Todesraten. "Nach derzeitigem Stand ist das auch künftig nicht vorgesehen", sagte Sprecherin Gerlind Schneider am Montag. Genauso verhält es sich bei der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH, sagte Kliniksprecherin Ines Schreiber.
Weder das Freiberger noch das Mittweidaer noch das Hartmannsdorfer Krankenhaus gehören der Initiative Qualitätsmedizin an. Das Leisniger ist bisher das einzige Mitglied in Mittelsachsen. "Die IQM-Werte belegen unsere Stärken und zeigen ganz deutlich, wo Optimierungspotenzial besteht", zeigte Klinikgeschäftsführerin Peggy Kaufmann vom Helios Krankenhaus Leisnig auf. Ziel sei eine bestmögliche medizinische Versorgung der Patienten.


