Hartmann Ulmitz, Florian Wiehring und Richard Senf präsentieren Exponate der Ausstellung "100 Jahre Feuerwehr Marbach".
Foto: Thomas Kretschmann
Marbacher feiern zweifaches Jubiläum
Erntedankfest im Striegistaler Ortsteil fällt mit zehn Jahren Heimatverein und 100 Jahren Feuerwehr zusammen - Ausstellung ruft Geschichte wach
Striegistal/Marbach. Gleich doppelten Grund zum Feiern gab es am Wochenende in Marbach. Der Heimatverein begeht in diesem Jahr sein zehntes Jubiläum und die Freiwillige Feuerwehr des Striegistaler Ortsteils kann auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Extra für das Wochenende wurde zum Erntedankfest in der Museumsscheune eine umfassende Ausstellung zur Geschichte der Feuerwehr auf die Beine gestellt. Richard Senf, Mitglied des Heimatvereins Roßwein, hatte dazu die Archive gewälzt und eine mehrere Ordner umfassende Chronik erstellt.
"Wir haben das Glück, dass die Rote Armee bei ihrem Einmarsch 1945 in den Archiven der Landgemeinden oftmals weniger gewütet hat als in den Städten. Dadurch ist im Kreisarchiv in Hainichen gerade zu den Ortschaften Marbach, Etzdorf und Böhrigen vieles erhalten geblieben", so Senf.
Die Ausstellung, die in dieser Form wohl nie wieder zu sehen sein wird, war gespickt mit geschichtsträchtigen Exponaten. "Etwas Besonderes sind natürlich die Feuerlöscheimer, die einst laut Feuer-löschordnung in jedem Haushalt griffbereit sein mussten. Aber auch die Uniform des ehemaligen Feuerwehrhauptmanns Paul Otto, der gleichzeitig Wirt des Gasthofs 'Goldener Anker' war, oder diverse andere Gegenstände wie Spritzen und Helme erzählen ihre eigene Geschichte", erklärte Florian Wiehring. Er war 1993 erster Jugendwart der Marbacher Jugendfeuerwehr und hat die Ausstellung gemeinsam mit Richard Senf, Hartmann Ulmitz und Marcel Marenholz auf die Beine gestellt.
Die Exposition war nicht der einzige Höhepunkt des Erntedankfestes in der Marbacher Museumsscheune. So hatten sich trotz des Regens das halbe Dorf und zahlreiche Gäste im Festzelt versammelt. Der Männerchor Roßwein sorgte am Samstagnachmittag für den guten Ton. "Ich singe selbst im Chor mit und konnte die Mitglieder für einen Kasten Bier überzeugen, zum Erntedankfest zu singen", erklärte Otto Götze, die gute Seele des Vereins, mit einem Lächeln. Gemeinsam mit seiner Frau stellt er dem Heimatverein die Scheune seines Bauernhofes zur Verfügung und wirkt aktiv im Heimatverein mit.
Das Erntedankfest, das in einem Festgottesdienst am Sonntagvormittag seinen Abschluss fand, kommt auch bei der Jugend gut an. "Ich finde es toll, dass der Heimatverein so viel auf die Beine stellt. Wir sind gern mit dabei, zumal viele Jugendliche durch ihre Eltern oder Großeltern einen direkten Draht zum Heimatverein haben", erklärte Ronny Greif. "Es ist einfach schön, hier zu feiern. Und natürlich fördern wir den Umsatz bei den Getränken", wusste Martin Seidel, der gemeinsam mit anderen Jugendlichen den eigentlich für die Frauen des Vereins bestimmten Stammtisch in Beschlag genommen hatte.
"Wir hatten uns beschwert, dass es nur einen Stammtisch für Männer auf dem Gelände gibt und dass dieser für uns Frauen einfach zu hoch ist. Otto Götze und sein Sohn Tilo haben daher extra einen Stammtisch für uns gebaut", so Vereinschefin Elke Schrell. Interview


