Zur Festveranstaltung im "Stadtpark" wurden Feuerwehrleute für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet bzw. befördert. Stolz waren sie auf ihre neue Fahne. Auch die Chronik wurde erstmals präsentiert.
Foto: Falk Bernhardt
Minister kündigt Hilfe für Wehren an
Emotionale und von Überraschungen geprägte Festveranstaltung anlässlich 150 Jahre Frankenberger Feuerwehr
Frankenberg. Frankenberg. Mehr Geld für die Nachwuchsarbeit in den Feuerwehren, mehr finanzielle Zuwendungen bei Jubiläen, eine angemessene Feuerwehrrente, Regelungen für den Feuerwehrführerschein und künftig mehr Ausbildungsmöglichkeiten für die freiwilligen Wehren - Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) konnte am Samstagnachmittag bei den Mitgliedern der FFw Frankenberg viele Pluspunkte sammeln. Denn dieses brandaktuelle Maßnahmepaket für den Freistaat, das der Minister erst wenige Minuten zuvor unterzeichnet hatte und zur Festveranstaltung anlässlich des 150-jährigen Bestehens der FFw Frankenberg im "Stadtpark" vorstellte, sprach den Feuerwehrleuten aus dem Herzen. In einer, von Emotionen und zahlreichen Überraschungen geprägten Feier, ließen sie, gemeinsam mit ihren Frauen und vielen Gästen, die zurückliegenden 150 Jahre auch mit einer kleinen Modenschau noch einmal Revue passieren.
"Sie sind stets bereit, für andere ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Dieser verantwortungsvolle Dienst sollte wieder stärker ins öffentliche Blickfeld gerückt werden", forderte der Minister. Als "große gemeinschaftliche Leistung" würdigte er das Zusammenlegen der Frankenberger Ortswehren. Denn wegen Personalmangels musste deren Zahl von sieben auf vier heruntergefahren werden.
Dass dies "im Einvernehmen" gelungen ist, war auch für Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) ein Grund zur Freude. "Aus Vernunft und Einsicht in die Zwänge der Notwendigkeit sind schließlich alle Kameraden den Weg mitgegangen und sind bis heute aus ihren neu gebildeten Wehren nicht ausgeschieden", bedankte sich Firmenich. Er würdigte den Dienst in der Feuerwehr als ein Ehrenamt, das sich von anderen Ehrenämtern in der 16.000-Einwohner Stadt, in der es 86 Vereine gibt, unterscheidet.
Auch Mittelsachsens Landrat Volker Uhlig (CDU) ließ es sich nicht nehmen, das Engagement der Frankenberger Feuerwehrleute zu würdigen. "Sechs Gesellschaftssysteme haben Sie mit ihrer Wehr überlebt", blickte er zurück und versicherte, dass der Landkreis, in dem es rund 200 Feuerwehren gibt, auch den Frankenbergern weiterhin zur Seite stehen wird. Sicherheit lasse sich nicht messen. Im Landkreis sei auf diesem Gebiet Besserung in Sicht.
In einem bewegenden Moment und unter Beifall begrüßten die Gäste im Saal ihren Stadtwehrleiter Harry Wrobel. Er hatte am Montag einen Schlaganfall erlitten und sei nur, wie er sagte, "durch die Kunst der heutigen Medizin" noch hier. Er ließ es sich nicht nehmen, diese zweistündige Festveranstaltung mitzuerleben und auch auf die Bühne zu gehen. Als Dankeschön an seine Frau überreichte er ihr, stellvertretend für alle Feuerwehrfrauen, die ihren Männern für ihren verantwortungsvollen Dienst stets den Rücken frei halten, einen Blumenstrauß.
Für ihre langjährigen Verdienste überreichte der Bürgermeister Oberbrandmeister Wolfgang Wagner und Brandinspektor Wolfgang Richter die Ehrenmedaille der Stadt Frankenberg. Feuerwehrfrauen trugen die neue Fahne der Frankenberger FFw in den Saal, und die Stadtverwaltung überraschte mit einem Feuerwehr-Modellauto, das symbolisch auf ein neues Löschfahrzeug hinweisen sollte, das demnächst angeschafft wird. Chronik, Kommentar


