Michelle, Saphira, Oliver, Kimi, Toni und Vanessa (v. l.) nennen ihre Erzieherin Margitta Sperling gern Oma. Am 1. September geht die 60-Jährige nach 42 Dienstjahren in den Ruhestand.
Foto: Thomas Kretschmann
Nach 42 Jahren nimmt Oma Abschied
Die Tage der Kindertagesstätte "Knirpsenhausen" in Marbach sind gezählt
Marbach. Marbach. In der Kindertagesstätte "Knirpsenhausen" im Striegistaler Ortsteil Marbach ist am Donnerstag offiziell Abschluss gefeiert worden. Ab dem 22. August wird die Einrichtung nur noch als Hort geführt. Die Kindergartenkinder werden dann in den Einrichtungen Etzdorf, Böhrigen oder Berbersdorf betreut. Zugleich verabschiedeten die Kinder ihre Margitta Sperling nach 42 Dienstjahren in den Ruhestand. "Ich kenne sie seit zwei Jahren und bin immer wieder begeistert, wie viel Erfahrung und Fachkompetenz sie mitbringt", würdigt Tanja Matschey, Leiterin der Einrichtung, die Fähigkeiten ihrer Kollegin. Nach einer Ausbildung in den Jahren 1967 bis 1969 in Waldenburg trat Margitta Sperling ihren Dienst in Marbach an, wo sie bis zum heutigen Tage ohne Unterbrechung tätig war. 1974 und 1975 leitete sie den Kindergarten. "Für mich war dies die ideale Arbeitsstelle. Ich brauche nur fünf Gehminuten bis hier her. Und die Arbeit mit Kindern macht mich einfach glücklich", erklärte Margitta Sperling und versprach, auch weiterhin mit zu helfen, wenn einmal Not am Mann ist. Im Ruhestand will sich die 60-Jährige, die von den Steppkes gern "Oma" genannt wird, mehr um ihre vier Enkel kümmern, die in den alten Bundesländern leben.
Bislang haben die vier Erzieherinnen der Einrichtung 45 Kinder betreut. Mit der Umnutzung zum Hort steigt die Zahl auf etwa 60. Tanja Matschey ist seit 2009 Chefin in "Knirpsenhausen". Leicht falle ihr die Schließung als Kindergarten nicht. "Das Kindergartenalter ist meiner Ansicht nach das schönste Alter in der Entwicklung eines Kindes. Aber mit der Hortbetreuung kommen neue und sicher auch schöne Herausforderungen auf uns zu", sagt sie. Zudem ist die Hortbetreuung an sich nichts Neues. Nur die Anzahl der Mädchen und Jungen, die die Einrichtung besuchen werden, wird größer.
Erfreut zeigte sie sich über die beinahe durchweg positive Resonanz der Eltern auf die Hort- und Kindergartenreform in der Gemeinde Striegistal. "Die Eltern haben sich das Vorhaben auf der Elternkonferenz im März ruhig angehört und überwiegend mit Verständnis reagiert", erklärte Tanja Matschey. Natürlich gebe es immer den einen oder anderen, dem das nicht gefällt. Denn die bislang in den Einrichtungen in Böhrigen und Etzdorf betreuten Kinder besuchen künftig den zentralen Hort in Marbach. Aber im Großen und Ganzen werde die Zusammenführung des Hortes als sinnvoll betrachtet, gerade auch im Hinblick auf die Ganztagsangebote, die die nahe gelegene Grundschule anbieten will.
Der Gemeinderat Striegistal hat die Neuordnung der Kindertageseinrichtung bereits beschlossen.


