Die "Trolle", eine Art Kobolde, sorgten beim "Klangzauber Mittweida" zum Auftakt des Mittelsächsischen Kultursommers für viel Spaß unter dem Publikum am Schwanenteich. Foto: Klaus Ebert
Nordlichter beim "Klangzauber"
Mittelsächsischer Kultursommer mit Melodien von Wagner bis Grieg eröffnet - Neues Konzept für 2010 angpeilt
Mittweida. Mittweida. Mit einer groß angelegten Licht- und Lasershow ist die Eröffnungsveranstaltung "Klangzauber" des 17. Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus) am Samstagabend in Mittweida beendet worden. 400 Besucher erlebten die "Nordische Nacht", die vier Stunden lang zu einer Reise von Richard Wagner über Edvard Grieg bis Abba einlud. Das Konzert mit Solisten und Philharmonikern unter Leitung von Generalmusikdirektor Jan Michael Horstmann vom Mittelsächsischen Theater bildete den Auftakt für die über 40Angebote des Sommerfestivals.
Der Finne Juhapekka Sainio, der an dem Abend für Verdis Arie des Banquo aus "Macbeth" viel Beifall erhielt, freute sich, dass seine Heimat im Blickpunkt des "Klangzaubers" stand. "Ich finde es gut, über Grenzen hinauszublicken", meinte das einzige echte Nordlicht des Abends. Aber der Sänger, der seit drei Jahren in Freiberg engagiert ist, machte klar, dass es ihm gut in Deutschland gefällt: Nur die Sauna und das Licht zur Mittsommernacht vermisse er.
Absolut oben in der Publikumsgunst stand auch Birgit Lehmann, die als Gräfin Cosel charmant und witzig durchs Programm führte. Riesenbeifall gab es zudem für die lustigen Auftritte der "Trolle", eine Art Kobolde aus Skandinavien, die zu Edvard Griegs "Zug der Zwerge" ihre Scherze mit dem gut aufgelegten Publikum trieben.
Doch die Besucher honorierten auch das Vorprogramm, das Musikschüler aus Mittweida als stimmungsvolle Ouvertüre darboten. So Monika Graubner aus Mittweida, die mit einer Freundin gekommen war. "Es ist zwar ein bisschen frisch geworden, nordisch eben. Aber was die kleinen Tänzerinnen geboten haben und auch die Saxophonspieler, das war echte Klasse. Die Vorführungen haben mir direkt das Herz erwämt", sagte die 56-jährige Bürokauffrau mit einem Lachen.
Festivalchefin Regina Herberger zeigte sich am Ende des Auftakts ebenfalls erleichtert. "Wenn man sieht, dass viele Leute eben auch Fußball gucken waren, dass das Wetter nicht allzu mild war, dass viele Feiern zum Abiturball gerade an diesem Wochenende anstanden, dann kann man mit der Resonanz zufrieden sein", so die Geschäftsführerin. Aber sie machte auch klar: "Der Konkurrenzkampf in der Kulturszene wird härter." Deshalb überlege man, ob man nach elf Jahren Länderreise als Auftaktidee für den "Klangzauber" nicht nach einem neuen Konzept sucht. Ein Vorschlag, den Mittweidas Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU), der das Festival eröffnete, begrüßen würde.
Service
Nächste Miskus-Veranstaltungen: Performance zum Stein, Rochlitz, 25. Juni. Musikalische Sommernachtsträume, Lichtenwalde, 26.Juni.


