Regiobus verbindet Mittelsachsen
Vertrag zwischen Landkreis und Busunternehmen sichert Arbeitsplätze - Für Fahrgäste ändert sich nichts
Mittweida. Mittweida. Der öffentliche Nahverkehr auf den Straßen im Landkreis Mittelsachsen liegt jetzt in zentraler Hand. Seit Freitag ist die Regiobus Mittelsachsen GmbH mit Sitz in Mittweida dafür zuständig. Landrat Volker Uhlig (CDU) und Regiobus-Geschäftsführer Michael Tanne setzten ihre Unterschriften unter den so genannten Dienstleistungsauftrag.
Damit betritt der Landkreis als Erster Neuland in Sachsen. Hintergrund: Laut EU-Recht muss eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen werden. Auf die Fahrgäste kommen keine Veränderungen zu, betonte Michael Tanne. Mittelfristig werde es auch keine Streckenschließung geben, fügte er hinzu.
Bereits zu Jahresbeginn wurden die drei kommunalen Verkehrsgesellschaften in Mittweida, Döbeln und Freiberg zum Unternehmensverbund der Regiobus Mittelsachsen GmbH zusammengeschlossen. Die Döbelner Verkehrsgesellschaft und Freiberger Verkehrsbetriebe fungieren dabei als Tochterunternehmen. Zudem gibt es im Altkreis Freiberg sechs private Verkehrsunternehmen und im Altkreis Mittweida fünf Subunternehmen, die bislang im jeweiligen Kreisgebiet unterwegs waren. Mit dem Vertrag wird es unter anderem möglich, das Streckennetz optimaler auszunutzen und im Schülertransport flexibler zu reagieren.
Papier sichert Arbeitsplätze
Der Vertrag wurde für zehn Jahre festgeschrieben. Das sichert den rund 460 Mitarbeitern der Regiobus Mittelsachsen GmbH, den sechs privaten und fünf Subunternehmen auf lange Sicht weit gehend die Arbeitsplätze. Rund elf Millionen Kilometer rollen die Gelenkbusse und Taxen im Jahr. 280 Fahrzeuge touren auf 141 Linien. Das sind 92Regional- und 21 Stadtverkehrslinien sowie 28 Sonderstrecken zur Schülerbeförderung.
Um dies in der Zukunft noch effektiver gewährleisten zu können, hat Regiobus mit jedem der sechs privaten Verkehrsunternehmen ebenfalls neue Verträge abgeschlossen. Das betrifft Reisedienst Heinig Nassau, den Reiseverkehr Zimmermann Frauenstein, Dörfelt Gahlenz, Gründer Reisen Brand-Erbisdorf, Vogts Reisen Hilbersdorf und Zacharias Verkehrsbetriebe GmbH und Co. KG Neuhausen. Diese beschäftigen insgesamt 60Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr. 40 Busse rollen jährlich rund 1,4Millionen Kilometer über die Straßen. Im Altkreis Mittweida bleibt die bisherige Vergabe-Regelung mit den fünf Subunternehmen bestehen.
Auf Traditionen setzen
Beim Blick in die Zukunft wird Michael Tanne nicht bange, könne man doch auf Tradition setzen. Erst vor wenigen Tagen wurde das 100-jährige Bestehen der Buslinie Penig-Hartmannsdorf-Chemnitz-Neukirchen gefeiert. Zudem werde ständig in Komfort und neue Technik investiert. 2011 soll die Flotte um Hybridfahrzeuge erweitert werden. Zum Einsatz kommen die modernen Busse zunächst in den Städten Freiberg und Döbeln. Die Regiobus Mittelsachsen GmbH erhält vom Landkreis einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 7,3 Millionen Euro. "Mit diesem Vertrag bekennt sich der Landkreis dauerhaft zum Personennahverkehr in der Fläche", sagte Volker Uhlig.


