Thomas Waldheim, Ex-Geschäftsführer des Zweckverbandes
Foto: Falk Bernhardt/Archiv
Talsperren-Chef überraschend entlassen
Der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Thomas Waldheim, muss kurz vor Saisonbeginn seinen Platz räumen
Kriebstein. Es hat den Geschäftsführer des Talsperrenzweckverbandes offenkundig kalt erwischt: Thomas Waldheim ist mit sofortiger Wirkung freigestellt, sein bisheriger Arbeitgeber hat sich per Aufhebungsvertrag von ihm getrennt, seinen Arbeitsplatz musste er bereits am Montag räumen. Der Verbandsvorsitzende Matthias Damm bestätigte am Dienstag die Entlassung des Geschäftsführers. Der Mittweidaer Oberbürgermeister (CDU) hielt sich zu den Gründen bedeckt: "Personalentscheidungen werden nicht kommentiert", sagte er am Dienstag auf Nachfrage der "Freien Presse".
Es habe "interne Dinge gegeben", die eine weitere gemeinsame Zusammenarbeit nicht mehr möglich machen. Die Verbandsversammlung, in der die Stadt Mittweida und die Gemeinde Kriebstein sowie der Landkreis Mittelsachsen vertreten sind, habe den Beschluss dazu einstimmig gefasst. Die Stelle des Geschäftsführers werde demnächst öffentlich ausgeschrieben. Für die bevorstehende Talsperrensaison, die am 29. März mit einer Osteraktion startet, werde es eine Übergangslösung geben. Innerhalb des Zweckverbandes wurde Stillschweigen vereinbart, "um keine schmutzige Wäsche zu waschen", wie Damm sagte. So ließ sich auch Kriebsteins Bürgermeister Christoph Merker (Freie Wähler) zu keinem Kommentar hinreißen: "Diese Festlegung wurde mit den Gesellschaftern so getroffen."
Thomas Waldheim hat die Entscheidung nach eigener Darstellung völlig überrascht. "Sicher habe ich auch Fehler gemacht, vielleicht auch Mitarbeiter nicht genügend mitgenommen bei meinen Ideen. Aber generell war es dabei immer mein Bestreben, mit der Talsperre innovativ voranzukommen und hier etwas zu bewegen", sagte er am Dienstag. Zu den Hintergründen seiner Entlassung könne er sich derzeit nicht weiter äußern. "Es tut mir leid um die nun bereits angearbeiteten Projekte", erklärte der 43-Jährige.
Ob die Personalie negative Folgen für die Saison an der Talsperre haben könnte, blieb am Dienstag unklar. Zumindest diese Sorge teilt Waldheims Vorgänger Uwe Fritzsching nicht. Der 65-Jährige hat sich kurzfristig bereiterklärt, die Führung der Geschäfte des Verbandes zu übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist. "Ich bin gefragt worden, ob ich das übernehmen kann, bis das Personalproblem geklärt ist", sagte Fritzsching am Dienstag. Er hänge mit so viel Herzblut an der Talsperre, dass er der Bitte nachgekommen sei. Dass es auch in der Belegschaft Zerwürfnisse gegeben haben könnte, sei zu vermuten. "Ich hatte meine Bedenken, dass die Talsperre zum touristischen Rummelplatz gemacht werden soll", sagte Fritzsching. Damit zielt er auf die im Vorjahr aufgeflammte Debatte um die Zukunft der Talsperre als Touristenziel. Hierzu hatte Waldheim auf nötige Investitionen in die touristische Infrastruktur und ein fehlendes Leitbild für das Marketing aufmerksam gemacht. Auch für eine größere Zahl an Veranstaltungen hatte sich Waldheim eingesetzt. Nach Ansicht von Fritzsching sollte sich der Zweckverband dagegen auf den Erholungswert in der einmaligen Landschaft der Talsperre konzentrieren. Der Ruheständler war seit Gründung des Verbandes 1993 in leitenden Funktionen darin aktiv.
Bei den Partnern des Zweckverbandes, wie dem Mittelsächsischen Theater, herrschte indes am Dienstag noch Sprachlosigkeit, viele traf die Nachricht unerwartet. So erging es auch Olaf Hanemann, Stellvertreter der Geschäftsführerin des Vereins "Mittelsächsischer Kultursommer". "Wir hatten ein gutes Verhältnis zum Geschäftsführer des Zweckverbandes", sagte Hanemann. Er sehe aber den Saisonauftakt zum Osterfest an der Talsperre, den der Miskus mitgestaltet, nicht in Gefahr. Einen kurzen Draht hat der Miskus zum Verband auch ohne Waldheim, denn Matthias Damm ist auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins Miskus.


11:52 Uhr
Blaumausi: Na, es ist wohl kaum anzunehmen, daß eine solche plötzliche Entlassung aus heiterem Himmel ausgesprochen wird.
Hier muß im Vorfeld schon einiges schiefgelaufen sein - vorsichtig ausgedrückt.
22:38 Uhr
petrah: Ich frag mich auch angesichts dieser Diskussion hier warum man eine solche Meldung in einer solchen Form in die Presse bringt? Es wird doch mehr verschwiegen als informiert. Das Ausscheiden eines Geschäftsführers gehört in die amtlichen Bekanntmachungen, warum taucht es in den Lokalnachrichten in der Freien Presse auf?
14:30 Uhr
Synonym: @Deluxe:
Sie können doch kein Mitglied in einem Zweckverband werden! Das ist eine kommunale Behörde und kein Freizeitverein!
13:49 Uhr
twaldheim: Sehr geehrter Deluxe [Name von der Redaktion geändert],
immer wieder befremdlich ist, dass Sie es stets nur anonym vermögen, Ihre Vorwürfe zu veröffentlichen.
Sie meinen mit "überheblich" meine Feststellung "Mitreden heißt auch mitTUN", diesem Vorwurf stelle ich mich somit gern, denn anders kann es nicht sein. Ich hoffe sehr, dass es auch unter einem Nachfolger heißt, die Akteure muss zusammen ETWAS TUN nicht nur schlau reden.
Dass Sie mit dieser klaren Ansage ein Problem hatten, war mir schon aufgefallen, insofern verwundert es nicht, dass Sie nun zu jenen zählen, die sich ins Fäustchen lachen.
Ändern werden Sie damit allerdings nichts, wenn Sie nicht Ihre eigene Grundeinstellung ändern! Es gibt nämlich mehr als genug Menschen, die genau wissen, wie es gehen könnte, aber stets dann fehlen, wenn es heißt, "jetzt machen wir mal alle zusammen!" Gerade in der Mittweidaer Aue haben sich viele unserer aktiven Partner sehr geärgert, dass zu unserer sonst sehr erfolgreichen 1000-Hände-Aktion nicht ein - hören sie: NICHT EIN - Anlieger bereit war, einige Stunden mit den anderen 180 Freiwilligen zu arbeiten. Im Gegenteil: mein Angebot am 30.11.2012 an Sie persönlich stand - ich erinnere mich aber nicht, dass Sie jemals bei uns waren, mich angerufen haben, geschweige denn sich auf unseren Aufruf zur Teilnahme bei der diesjährigen 1000-Hände-Aktion angemeldet hätten.
Alles Gute Ihnen und allen Anlegern!
Thomas Waldheim
12:49 Uhr
varix: Eigentlich wusste man damals sehr genau, wen man als Geschäftsführer einsetzt. Herr Waldheim war kein Unbekannter, und das in mehreren geschäftlichen Funktionen. Hoffentlich hat man bei der Auswahl eines neuen Geschäftsführers jetzt ein "glücklicheres Händchen".
Wie auch immer die Hoffnungen und Wünsche an eine neue Geschäftsführung aussehen: Es stellt sich doch die Frage, welche Ziele der Zweckverband von den Verbandsmitgliedern gesteckt bekommt. Vielleicht waren diese Ziele unscharf oder es gab sie gar nicht. Zumindest in der Öffentlichkeit haben sich die Verbandsmitglieder dazu noch nicht geäußert. Kann es vielleicht sein, dass auch dort mal durchgekehrt werden muss?